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20.2.-22.2. Göttingen

Esther wird wieder vollkommen gesund! Nachdem der Flug nach Frankfurt turbulent, dafür die Fahrt im Krankenwagen nach Göttingen sehr ruhig verlaufen ist, wurde Esther in die Uni-Klinik eingeliefert. Heute Morgen dann die fantastische Nachricht: das Nierenversagen ist definitiv reversibel und sie kann bereits in den nächsten Tagen das Krankenhaus verlassen. Von da an ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Nieren wieder vollständig arbeiten können - und die Malaria-Erreger sind definitiv zu 100 % erledigt!

Spätestens in einer Woche kann Esther wieder e-mails beantworten und auch wieder telefonieren.

10.2. – 19.2. Windhoek

Großartig, endlich haben wir die Nachricht erhalten: Esther fliegt am Sonntagabend, 19.2. nach Frankfurt. Bis wir uns über diese erfreuliche Nachricht freuen durften, mussten wir fast tagtäglich kämpfen. Esther mit ihrer Krankheit, die sie mehr und mehr bezwungen hat. Inzwischen scheidet sie täglich über 2 Liter aus und hat den Wendepunkt geschafft, wie ihr Arzt Dr. Anvar Muhamedrahimov meinte. Es sind wohl nur noch wenige Dialyse Sessions nötig und etwa 2-3 Wochen Beobachtung im Krankenhaus, bis sie wieder zur Normalität zurückkehren kann.

Ich musste währenddessen mit der Auslandskrankenversicherung kämpfen. Zum einen ging es um die Bezahlung, zum anderen um den Rückflug nach Deutschland. Statt Flugarzt darf ich Esther beim morgigen Flug begleiten. Wir fliegen 10 Stunden lang in der Business Class und werden von Frankfurt mit einem Ambulanz-Wagen bis nach Göttingen gefahren. Gegen 10 Uhr am Montagmorgen sollten wir dann das Uniklinikum erreichen.

In den darauf folgenden Tagen werde ich wieder nach Windhoek zurückkehren und wie es dann weitergeht ist noch offen.  

2.2. – 9.2. Windhoek

Esther hat seit einem Tag nicht mehr gepinkelt. Inzwischen schmerzen Esthers Nieren bei Bewegung so sehr, dass sie es kaum mehr aushalten kann. Wir organisieren das Auto so um, dass sie auf einer Matratze liegen kann und fahren sofort wieder nach Windhoek. Es liegen 270 km vor uns. Zum Glück sind hier die Pisten so gut, dass man den Unterschied zu Asphalt kaum bemerkt. Gegen 13 Uhr erreichen wir die medi clinic Windhoek, gehen sofort in die Notfallaufnahme und erfahren schon bald, dass Esther in Folge der Malaria Infektion akutes Nierenversagen hat. Sie wird noch am Abend an eine Dialyse –Maschine angeschlossen. Wir sind natürlich beide schockiert.

Am nächsten Tag teilt uns Dr. Anvar, ein Nierenspezialist, mit, dass diese Diagnose sehr häufig bei Malaria-Erkrankungen auftritt.

Sie muss nun etwa fünf Wochen im Krankenhaus stationär beobachtet werden und alle 1-2 Tage an ein Dialysegerät angeschlossen werden. Schon bald rechnen wir damit, dass sie in eine Klinik in Deutschland ausgeflogen wird.

Die gute Nachricht dabei ist, dass akutes Nierenversagen ein reversibler Prozess ist. Inzwischen geht es ihr von Tag zu Tag ein kleines bisschen besser. In der Medi Clinic Windhoek wird sie von Schwestern wie auch von Ärzten bestens versorgt. Die Klinik hat einen top Ruf und gehört zu den Häusern auf Weltniveau. Drücken wir die Daumen, dass es Ihr bald besser geht. Ein Krankenhausplatz in der Uni-Klinik in Göttingen ist schon gesichert. Hier kann sie von ihren Eltern, die auch in Niedersachsen wohnen, leicht erreicht werden. Wer Ihr Genesungswünsche senden möchte schreibe dies bitte an meine private mail-Adresse unter dem Betreff "Esther": ktm.alper@googlemail.com.

31.1. - 1.1. Namib-Naukluft Park

Nur 2 Meter vor der Dünenkante komme ich zum stehen. Super, ich habe die vermeintlich höchste Düne der Welt, die Düne 7, mit der KTM erklommen. Eine wunderbare Aussicht bietet sich hier oben. Das Dünengebiet der Nambiwüste ist ähnlich fasznierend, wie so manche Sandwüsten in der Sahara, nur eben viel kleiner. Und auch hier ist alles reglementiert, man darf die Düne nur von einer Seite befahren und braucht auch hierzu eine Genehmigung. Zudem sind viele andere Strecken für Motorräder verboten - und keiner kann erklären warum.

Das mit der höchsten Düne ist nichts anderes als ein typischer Vermaktungstrick: Mit über 1000 Metern Höhe über NN befinden sich die höchsten Dünen der Welt in Russland. Aber alleine schon die Dünenberge im Algerischen Grand Erg Oriental sind wesentlich höher und anspruchsvoller zu bezwingen, als Nr. 7.

Wir sind gezwungen im Namib-Naukluft Park einen staatlichen Campingplatz zu nutzen. Doch was ist das? Auf einer windigen Anhöhe in der Steinwüste ist nur eine Bretterbude zu sehen. Das soll das WC darstellen und dazu kein Wasser, kein Strom. Und dafür mussten wir auch noch bezahlen...

Nach dieser Übernachtung fahren wir durch den Park gen Süden. Die Landschaft wird jetzt abwechslungsreicher und die Piste kurviger. Zwei schöne Passtraßen durchfahren wir bevor wir in Solitaire ankommen. Hier kaufen wir uns in einer Bäckerei echtes Vollkornbrot und Apfestrudel, bevor wir in der Nähe an einer sehr schönen Stelle endlich mal wieder unser wildes Nachtlager aufschlagen. Der Sonnenuntergang ist faszinierend, das Gras leuchtet ungewöhnlich gelb und weit entfern können wir sogar die Reste eines Regenbogens erkennen. Doch die romantische Stimmung trügt.

29.1. - 31.1. Windhoek - Swakopmund

Die Piste ist groß und breit. Wir fahren mit bis zu 90 km/h und hinter uns ist nichts, als eine dichte Rauchwolke zu sehen. Wir sind von der B2 abgebogen in Richtung der Großspitzkoppe. Die Feutschsavanne war inzwischen von der Trockensavanne abgelöst worden. Dementsprechend war es inzwischen wieder mit etwa 35 Grad wieder sehr heiß geworden. Etwa 5 Kilometer vor dem Berg Spitzkoppe konnten wir endlich mal wieder unser Buschcamp aufschlagen und das Lagerfeuer und den Sternenhimmel genießen.

Doch das Genießen war trügerisch, denn der Gesundheitszustand von Esther hatte sich erneut verschlechtert. Seit Windhoek hatte sie nachts leichtes Fieber und nun auch noch Durchfall. Da auch ich mich in Magen-Darm-Bereich ein wenig unwohl fühlte gingen wir von schlechtem Essen oder verkeimtem Wasser als Ursache aus. Wir hatten jeweils entsprechende Medikamente zu uns genommen. Am nächsten Tag war das Fieber weg und Esther hatte durchgeschalfen. Doch mit der Zeit wurde es wieder schlechter. Was tun? Zudem war Sonntag. Wir beschlossen das nächste Krankenhaus ausfzusuchen.

Das gab es in 200 Kilometer Entfernung in Swakobmund. Ich fuhr nun mit 110 km/h über die Pisten und dann wieder auf der bestens asphaltierten B2. Um kurz nach 15 Uhr hatten wir dann das Krankenhaus erreicht und kamen auch bereits nach 10 Minuten dran. Nach dem üblichen Untersuchungen wurde auch ein Malariatest durchgeführt. Ein deutschsprechender Arzt kam extra ins Krankenhaus. Um 18 Uhr hatte das Labor dann das Ergebnis: Esther war vom schlimmsten Malaria-Erreger infiziert (Plasmodium falciparum).

Zum Glück hatten wir vorgesorgt. Wir hatten zwar keine (unsinnige) Chemoprophylaxe durchgeführt, dafür aber eine 3-Tabletten-Tages-Therapie (auf Chinin Basis) in Dakar in der Apotheke gekauft. Esther nahm sogleich die erste Tablette zu sich – und am Nachmittag, nach einem weiteren Bluttest im Labor war klar, dass das Mittel wirkte. Bereits nach der ersten Tablette war die Erregerquote auf weniger als 1 Prozent abgesunken. Jetzt konnten wir so wirklich durchatmen. Zudem hatte man in meinem Blut keinerlei Erreger gefunden. Doch fast die Hälfte der gesamten afrikanischen Bevölkerung muss tagtäglich mit dem Risiko durch einen Mückenstich infiziert zu werden, leben. Südlich der Sahara gilt sogar bei Einem Drittel aller Toten, Malaria als Ursache.
Inzwischen geht es Esther auch schon viel besser und wir freuen uns auf die nächsten Tage, denn dann bekommen wir dir fantastische Dünenlandschaft der Namibwüste zu sehen.

Kamanjab - Windhoek 23.1. - 28.1.

Nachdem wir uns in Kamanjab auf dem Oppi Koppi Camp ausgeruht hatten, ging es in einem Rutsch 430 Kilometer nach Süden bis Windhoek, der Haputstadt Namibias. Umgehend gings zu KTM Namibia. Oliver nahm unsere KTM in Empfang und die hatten den ganzen nächsten Tag zu tun. Die verschmutzte Zündkerze hatte zu den Startschwierigkeiten der letzten Tage geführt. Zudem war, wie zu erwarten war, der Benzinfilter verdreckt. Oliver und sein Mitarbeiter reinigten die gesamte Maschine von Grund auf.

Als ich dann losfahren wollte, ging aber die Zündung nicht an. Also wieder alles auseinanderbauen - und das am Freitag Abend um 18 Uhr. Am Ende war der Fehler gefunden: ein Kabel war vollkommen korrodiert. Auch an der KTM waren die Pisten und der Regen aus dem Kongo nicht spurlos vorbeigezogen. Für die sechs Stunden Arbeit musste ich dann einen Freundschaftspreis von 55 Euro bezahlen. Davon können sich so manche Werkstätten in Deutschland eine Scheibe abschneiden. Für jeden Motorradfahrer, der nach Namibia kommt, ist ein Besuch bei Oliver von KTM ein Muss und jede Marke ist auch willkommen, wie er sagte.

Am nächsten Tag war dann der Toyo nochmals dran, das Öl für das Schalt- und Verteilergetriebe und die beide Achsen wurden ausgetauscht (über 10 Liter). Das war auch bitter nötig, denn was da raus kam, war eine Brühe aus Wasser, Matsch und Öl. Dafür waren wir bereit, für die Castrol-Öle sehr viel Geld auszugeben.

Windhoek ist eine moderne neue Stadt, sehr ordentlich und sauber. Die Architektur erinnert eher an eine der vielen gesichtslosen Fussgängerzonen-Städte aus Westeuropa. Die Infrastruktur ist top und zweckmäßig. Von einem besonderen Flair allerdings kann keine Rede sein.

SAMBIA – NAMIBIA

20.1. – 22.1. Livingstone – Etosha Nationalpark

Gazellen, Impalas, Giraffen, Gnus, Zebras und ein Nashorn sind zu sehen. Unfassbar, innerhalb von nur wenigen hundert Metern Umfang sind große Mengen an Tieren zu bewundern, die wir nur aus dem Zoo kennen. Wir befinden uns im bereits 1907 eröffneten Etosha Nationalpark, einem der größten Parks in ganz Afrika. Wir sind hellauf begeistert, wie Nah man an die Tiere herankommt. Das Auto, trotz Motorgeräusches, interessiert die Tire kaum. Fast 200 Kilometer fahren wir durch den Park und an so machen Wasserstellen, sind immer wieder wilde Tiere zu sehen. Es gesellen sich der Vogel Strauß, Antilopen, Oryx-Antilopen, eine Schlange und Affen dazu.

Kurz zuvor hatten wir den Hoba Meteoriten zu sehen bekommen. Er wiegt ca. 50 000 kg, ist drei auf einen Meter groß und damit der größte Irrläufer aus dem Weltall. Er besteht fast nur aus Eisen und dementsprechend glänzend ist seine Oberfläche.  

Die Überfahrt von Sambia nach Namibia war zügig vonstatten gegangen. Die Hauptstraßen in Namibia sind sehr gut ausgebaut. Einmal schafften wir den neuen Rekord in Afrika: Wir absolvierten über 650 Kilometer Tagesetappe. Und da alles flach ist und der Verkehr sehr gering ist, schafften wir auch einen neuen Verbrauchsrekord: 9,5 Liter auf 100 km. Hier kostet der Diesel etwa 1 Euro pro Liter.

Negativ fiel uns sofort auf, dass es hier wesentlich reglementierter zugeht, als sogar in Deutschland. Nur weil wir bei einer Polizeikotrolle an einem Stoppschild, einen Meter weitergefahren waren, mussten wir fast Strafe zahlen. Zudem scheint es hier kein Gemeinschaftsland zu geben. Alles Land ist in Privatbesitz und umzäunt. Sogar die schönste wilde Savannen- und Steppenlandschaft, ja sogar ganze Berge gehören weißen Farmern.

Als 1990 Namibia die Unabhängigkeit erlangte und die SWAPO mit fast 70 % Prozent Zustimmung an die Macht gelangte, war eines ihrer Wahlversprechen eine Landreform – doch hält sie sich bis heute nicht daran. Dabei wäre es höchste Zeit, die Farmer zu enteignen und das Land zu kollektivieren und damit allen Namibiern, also auch den Schwarzen zugänglich zu machen.

Dadurch, dass alles eingezäunt ist, haben wir es natürlich auch sehr schwer, im Busch zu campen. Die offiziellen Camps sind dafür sehr gepflegt und sauber und meist mit toller Atmosphäre. Warmes Wasser ist selbstverständlich. Kosten pro Nacht und Person zwischen 4 und 9 Euro.

Als wir dann am gestrigen Sonntag, also den 22. Januar 2012, den Oppi Koppi Camp erreichen sind wir total happy. Nicht nur dass es eine Bar, ein Restaurant, einen kleinen Swimmingpool und sehr großzügige Stellplätze, inklusive Feuerstelle und direktem Wasserzugang gibt, bzw. überaus saubere und gepflegte Sanitäranlagen, ist das Campen und Internetzugang für angereiste aus dem europäischen Ausland kostenlos. Wir beschließen hier ein paar Tage Urlaub zu machen.

DR KONGO – SAMBIA 15.1. – 19.1.2012 Kolwezi – Livingstone Tosend fällt das Wasser hundert Meter in die Tiefe und das mit einem atemberaubenden Lärm. Obwohl die Sonne scheint, regnet es durch die immense Gischt noch 500 Meter weiter. Das Naturwunder, das wir vor uns haben sind die Viktoriafälle. Der Sambesi Fluss bricht hier an einer 1,5 km breiten Kante ab und ergießt sich in diesen gigantischen Wasserfall. Wir sind patschnass, aber auch total beeindruckt von diesem fantastischen Anblick. Über Jahrtausende hinweg hatte der Fluss hier einen Canyon gebildet. Zu was Erosion durch Wasser im Stande ist, kann man sich hier live ansehen. Von Kolwezi bis Lubumbashi, der östlichen Metropole des Kongo waren es nur 300 Kilometer gewesen. Aber auch hier hatten wir nochmals mit etwa 100 Kilometer Piste zu tun. Nur etwa 30 davon waren Schlammpiste. Die Piste war zu gut, um festzustecken, aber zu schlecht um mehr als 50 km/h fahren zu können. Die Durchfahrt durch Lubumbasi ging recht zügig und wir konnte das erste mal seit langem eine schnelle Internetverbindung genießen.

An der Grenze zu Sambia hatten wir plötzlich Zeitdruck. Beide, dieses Jahr neu eröffnete Grenzgebäude machten um 18 Uhr zu. Um 17:45 Uhr waren wir mit dem Kongo fertig und glücklicherweise waren de Grenzbeamten auf der sambischen Seite sehr nett, so dass wir um 18:30 Uhr alles hinter uns gebracht hatten.

Sambia ist ganz anders, als der Kongo. Man bemerkt den britischen Einfluss seit der Kolonialzeit, alles ist etwas moderner, es gibt Supermärkte und die Straße ist top asphaltiert. Riesige Rinderfarmen, die im Besitz von Weißen sind, produzieren Rindfleisch en masse. Trotz der täglichen und heftigen Regenfälle konnten wir sehr gut vorankommen.

In Livingstone gönnten wir uns ein sehr schönes Camp (Bushfront) und lernten hier eine 11-köpfige Gruppe mit 5 Geländewagen (mit Landrover Defender und Daihatsu 4x4) aus Polen kennen. Sie hatten ihre Fahrzeuge bis nach Kapstadt verschifft und wollten in 3,5 Monaten Afrika von Süd nach Nord durchqueren. Dabei spielten sie jeden Tag mit einer Gruppe afrikanischen Kindern Fußball und wenn diese gewinnen, konnte sie den Fußball als Preis behalten (www.dookola.org).

Nachdem der Auspuff des Toyo hier geschweißt wurde, die Tankanzeige repariert und die Schekel der Blattfedern vorne mit neuen Gummis ausgestattet wurden, ging es weiter Richtung Namibia.

12.1. – 14.1. Kolwezi

Die Infrastruktur hier war noch besser, als in Matadi. Wir konnten nach Herzenslust einkaufen, da es etliche Supermärkte unter Libanesischer oder Pakistanischer Führung gab. Mit Hannibal hatten wir auch einen guten Mechaniker. Beide Blattfederpakete wurden durch zwei gebrauchte vom Toyotoa Hilux (für insgesamt 400 US $)ersetzt. Nach nur 3000 Kilometern waren alle Bremsbeläge von allen vier Rädern unten und mussten ausgetauscht werden. Nur das Schweißen des Auspuffs vertagten wir. Beide Fahrzeuge wurden gründlich gereinigt und ich konnte endlich zum Friseur und Barbier gehen. Abends gingen wir lecker Pizza essen. Wir konnten mehrere Internet Cafes nutzen. Und das Beste: Wir konnten im Hotel unsere gesamte Wäsche in einer Maschine waschen lassen.

Insgesamt waren wir also von Matadi ganz im Westen des Landes bis Kolwezi ganz im Osten des Landes drei Wochen unterwegs gewesen. Es waren insgesamt 2900 Kilometer zu bewältigen gewesen. Davon sind 970 Kilometer Asphalt und der Rest offroad Piste, von mittelgut (bis zu 50 km/h) über schwierig (10 km/h) bis hin zu extreme Trialpassagen (1-2 km/h). Wie wir von Jaques und Jon hörten, befanden sie sich 6,5 Tage hinter uns in Kamena, obwohl sie 1,5 Tage nach uns in Kinshasa losgefahren waren. Das heißt, trotz der vielen Pannen und des Feststecken waren wir deutlich schneller unterwegs, als die anderen. Insgesamt hatten wir in der DR Kongo 38 Tage verbracht. Damit hatten wir viel Zeit und Geld verloren. Es war an der Zeit, endlich Urlaub zu machen. Wir freuten uns auf Sambia.

Kamina – Kolwezi 5.1.- 11.1.

Wir stecken fest. Es gibt kein vor und kein zurück mehr. Der gesamte Unterboden des Toyo sitzt auf und die Reifen drehen durch. Innerhalb der ersten drei Stunden hatten wir 30 Kilometer geschafft. Eine extrem anspruchsvolle und Kräfte zehrende Strecke. Es hatte über Nacht sehr heftig geregnet. Immer wieder musste einer von uns aussteigen und die schwierigen Passagen ablaufen und schauen wie tief das Wasser bzw. der Schlamm ist.

Und trotzdem sitzen wir fest. Obwohl ich Mitte und links gefahren bin, war der Toyo abgerutscht und konnte nicht mehr weiter. Wir konnten nicht einmal aussteigen, ohne durch den Schlamm waten zu müssen. Es blieb uns nichts anderes übrig wieder zu beiden Schaufeln zu greifen. Nach fünf Stunden hatten wir immer noch keinen Erfolg und waren dem Verzweifeln nahe. Ich fuhr mit der KTM in das Dorf Kinda zurück, um Hilfe zu holen. Doch leider waren alle drei Fahrzeuge, die es in dem Dorf gab fahruntüchtig. Die Piste war sogar für die KTM zu schwierig. An einem steilen und tief verspurten Anstieg fiel ich um, weil das Hinterrad im glitschigen Schlamm auf festem Laterit einfach weg rutschte. So kam ich voller schlammiger Klamotten und ohne Hilfe zu Esther zurück. Es war ekelig. Alles stank zum Himmel. Es half nichts. Wir mussten hier über Nacht bleiben. Beide Sandbleche dienten jetzt als Brücke vom Auto in den Busch. Als ob wir nicht schon genug gestraft wären, bekam ich es mit dem Kreislauf zu tun und hatte plötzlich Durchfall bekommen. So musste ich das Bett im Auto drei mal in der Nacht Richtung Busch verlassen. Diese Nacht gehört damit zu den schlimmsten Erinnerungen meines Lebens.

Obwohl wir am nächsten Tag mit Hilfe von sieben weiteren Helfern das Auto trocken gelegt hatten, war es ein LKW, der uns gegen 11 Uhr mit Leichtigkeit herauszog. So bestätigte sich die Statistik, dass einmal pro Tag ein Fahrzeug vorbeikommt – und wir waren sehr happy.

Endlich konnte es weitergehen. Aber auch nur 13 Kilometer. Mit einem lauten „Rumms“ blieben wir stehen. Die hintere Achse hatte sich verschoben und die Kardanwelle hing nach unten. Diesmal hatte es die Zentralschraube des rechten hinteren Blattfederpaketes erwischt, sie war gebrochen. Inzwischen nahmen wir solche Situationen gelassen hin. Wir schlugen mitten auf der Piste unser Lager und entspannten uns. Auch der Regen, der jetzt jeden Tag herunterprasselte konnte uns nichts anhaben, denn wir hatten zwischen Toyo und KTM eine Plane aufgespannt.

Am nächsten Morgen begannen wir mit der Arbeit, mit Wagenheber und einem zurecht gehackten Baumstamm stützen wir das Fahrzeug ab, richteten die Achse zurecht ersetzten die Zentralschraube durch eine Schraube der KTM Lenkererhöhung und montierten die Kardanwelle.

So konnte es am nächsten Tag weiter gehen. Wir machten uns keine Illusionen. Die Piste wurde nicht besser sondern schlechter. An einer weitläufigen Umfahrung folgten wir der frisch in den Dschungel geschnittenen Piste. Die Büsche und Bäume waren so geschnitten, dass ein LKW durchpasste. Das Problem war die Sicht. Hinter großen grünen Blättern verbarg sich ein Baumstumpf und zack, es macht knack und der Auspufftopf bricht ab. Auch das noch. Wir demontieren den vorderen Teil und den hinteren befestigen wir mit einem Spanngurt an den Rahmen.

Der Land Cruiser war jetzt sehr laut. Aber es konnte weitergehen. Inzwischen hatten wir Sokele erreicht und standen vor der nächsten Herausforderung. Die Brücke, die den Fluss Lubuji überspannen sollte. Existierte nicht mehr. Wir waren gezwungen, durch den Fluss zu fahren. Als wir aber die Breite des Flusses und die starke Strömung erkannten, wurden wir fast ohnmächtig. Ich versuchte den Fluss abzulaufen und kam nur bis zur Mitte. Die Strömung war zu stark. Der Boden war voller großer Steine und das Wasser reichte mir bis zur Hüfte. Mit dem Motorrad kommt hier keiner durch. Und mit dem Toyo?

Ein Einheimischer meint, dass hier LKW und Land Cruiser durchfahren. Das Problem ist nur, dass wir keinen Schnorchel besitzen. Die Luftansaugung ist über dem rechten Radkasten, also bei etwa 90 Zentimeter. Müssen wir also hier aufgeben?

Wir überlegen kurz, nehmen eine Plane zur Hand und decken diese über den rechten Radkasten. Dann heißt es tief Luft holen und los geht’s.

Schon auf den ersten Metern spüren wir die dicken Steine im Untergrund. Das Flussbett wird immer tiefer. Auf Esthers und damit der Strömung zugewandten Seite dringt schon Wasser ins Auto herein. Nur noch zehn Meter und mit Schwung aus dem Wasser. Geschafft!!! Der Toyo und wir haben es überstanden.

Erwartete uns heute eine weitere Überraschung? Ja, denn nach etwa zehn Kilometern kommt eine riesige tief verspurte Schlammpassage. Wieder stehen wir mit Differenzial und Motorradträger fest. Diesmal sind wir insgesamt sieben Leute, mit insgesamt 4 Schaufeln. Nach vier Stunden, inzwischen ist es dunkel geworden, können wir uns befreien und schlagen gleich darauf unser Lager auf.

Der Kongo kennt kein erbarmen. Nicht mit uns, nicht mit dem Toyo und schon gar nicht mit den Einheimischen. Die im Zentralkongo gänzlich unbefahrbaren Pisten, führen dazu, dass die Waren des täglichen Lebens immer teurer sind oder schlichtweg nicht existieren. Die LKW die diese transportieren, bleiben entweder stecken oder brauchen mehrere Wochen um z.B. von Kinshasa nach Lubumbashi zu gelangen. Den Rekord brach Kaniama, wo ein Liter Diesel knapp zwei Euro kostet und eine Flasche Bier drei mal so teuer ist, wie in Matadi.

Da es hier keine Esel gibt, wie in den Sahelländern, sind die Menschen auf das Fahrrad angewiesen. Unglaublich aber wahr, die „Fahrradschieber“ transportieren bis zu 200 kg Mais (oder anderes) mit dem Fahrrad und schieben es dabei durch Sand und Schlamm. Und das tagelang. So schaffen sie pro Tag 20-50 km. Für 200 kg Mais erhalten sie 50 Dollar, nachdem sie 10 Tage Fahrrad geschoben haben.

Hier wären die Milliarden, die für die deutsche Rüstungsindustrie und den Krieg in Afghanistan ausgegeben werden viel besser aufgehoben – für Straßenbau, für Brunnenbau, Solarmodule, Schulen und Krankenstationen. Dann könnten die Menschen ihre Situation aus eigener Kraft verbessern. Denn der Kongo ist reich! Reich an Bodenschätzen, wie Gold, Diamanten, Kobalt und Kupfer. Doch von diesem Reichtum profitieren wie sooft nur wenige. Die Auswirkungen von 38 Jahren Mobuto Diktatur (damals wurde der Kongo in Zaire umbenannt) und Militärregierung unter Kabila verschwinden nicht über Tag. So machen sich viel Menschen jetzt Hoffnungen, dass es unter Joseph Kabila (Jr.), der vor drei Wochen zum Präsidenten gewählt wurde, besser wird. Wir sehen das eher mit großer Sepsis.

Inzwischen waren wir 16 Kilometer weitergekommen - bis das nächste Unglück zuschlug. Mit einem lauten „Krack“ blieb das Auto stehen. Hinten rechts waren alle Blattfedern gebrochen. Die Ersatzzentralschraube war zu schwach gewesen. Jetzt saßen wir schon wieder fest. Mehr und mehr schien uns Kolwezi unerreichbar. Ja Kolwezi entwickelte sich immer mehr zum Schlaraffenland, das nur im Traum existierte.

Nach 20 Minuten kamen zwei Geländewagen vorbei. Es waren ein Tata (nur mit Heckantrieb) und ein Mitsubishi. Der Mechaniker Hannibal stieg aus und begutachtete die Federn. Er begann einen Baum abzuschlagen und daraus ein Holzstück zuzuschneiden. Diese wurde zwischen Karosserie und Achse gelegt und mit Gummibänden befestigt. So konnten wir ganz langsam tatsächlich ohne Blattfedern vorankommen. Das ging aber nur bis zum nächsten Dorf gut, da war das Holz bereits zermalmt. In dem Dorf fanden wir trockenes, rechteckiges Holz. Damit ging es etwas besser. Hätten wir Asphalt vor uns, könnten wir durchaus langsam auch ohne Federn fahren. Doch die Situation wurde immer brenzliger. Die Fahrspuren wurden immer tiefer und wir versuchten mal rechts und Mitte, mal links und Mitte zu fahren. Die Achsen verschränkten sich dabei bis zum Maximum. Mehrmals hing eines der vier Räder in der Luft. So waren nur Kriechgeschwindigkeiten bei diesen trialartigen Passagen möglich. Und es war nur eine Frage der Zeit, wann die hintere Achse sich wieder verschob.

Wir beschlossen, mit den beiden Geländewagen zusammen zu fahren. Der Tata war geklaut worden und die mitfahrende Polizei konnte das Fahrzeug in Kamina sicher stellen. Da das Fahrzeug nur Heckantrieb hatte, musste es vom Mitsubishi Pickup begleitet werden. Unsere Helfer um den Mechaniker Hannibal und den Radio-Mitarbeiter Omar waren sehr nett.

Der nächste Tag begann mit strömendem Regen und der Tata steckte immer wieder fest. Jetzt waren wir an der Reihe zu helfen. Wir hatten den stärksten Motor und die beste Traktion. Sechs mal konnten wir den Tata wieder rausziehen, bis wir eine weite aber fechte Ebene erreichten. Diese hatte sich durch den immensen Regen zu einer Art Sumpflandschaft gewandelt. Der Mitsubishi hatte einen fatalen Fehler gemacht – er war einfach fünf Kilometer weitergefahren. Die Piste war total überflutet, beim Versuch daneben zu fahren, steckte der Tata fest. Wir konnten ihn rausziehen, bis es wieder soweit war. Er saß trotz unseres Abschleppens fest. Das führte dazu, dass auch von der Piste abrutschten und wieder mit dem gesamten Unterboden aufsaßen. Vier Stunden später und kurz vor der Abenddämmerung waren beide Fahrzeuge wieder frei. Doch jetzt ging dem Tata auch noch der Motor aus. Er hatte keinen Diesel mehr. So beschlossen wir weiterzufahren und im Dorf den Mitsubishi Fahrern Bescheid zu geben. Inzwischen war es dunkel geworden und es regnete erneut in Strömen. Es waren nur noch 20 Kilometer bis zur guten Piste Richtung Kolwezi. Von dort aus sollten es nur noch 70 km gute Piste bis Kolwezi sein. Wir wollten die gute Piste unbedingt noch erreichen.

Also fuhren wir allein in der Nacht weiter. Wir hatten jetzt extrem tiefe und lang Schlammpassagen zu bewältigen. Einmal war unsere Schräglage annähernd 40 Grad und nur mit viel Gas konnten dir die fast 100 Meter Schlammpassage erfolgreich durchfahren. Sechs Kilometer vor der guten Piste, war es dann wieder passiert. Wie zu erwarten warhatte sich die Achse verschoben. Am nächsten Morgen gegen 11 Uhr hatten wir die Achse mit Hilfe des Wagenhebers und eines Baumstammes zurecht geschoben und die Kardanwelle wieder montiert. Es war 13 Ur, als wir die gute und in großen Teilen trockene Lateritpiste erreichten. Wir hatten es geschafft – so dachten wir – und lagen uns in den Armen. Nach nur 10 Kilometern Lateritpiste kam der nächste Schock: auch alle Blattfedern ninten links waren jetzt durchgebrochen. Mit Ach und Krach und einer Durchschnittsgeschwindkeit von 15 km/h fuhren wir weiter und tatsächlich erreichten wir Kolwezi gegen 19 Uhr ganz ohne hintere Blattfedern. Wir hatten das Schlaraffenland erreicht. Umgehend gingen wir in eine Bar, tranken Bier und mit Freudentränen in Augen umarmten wir uns. Eine Stunde später kamen auch noch die Freunde Hannibal und Omar an. Auch sie hatten die grüne Hölle hinter sich gelassen. Wenig später checkten wir in einem Hotel ein, mit heißer Dusche (das erste mal seit 3,5 Monaten) und Flachbildschirm für 50 Dollar die Nacht.

30.12. – 4.1. Mbuji-Mayi – Kamina

Die Landschaft ist fantastisch, als wir auf einer Asphaltstraße Richtung Kamina fahren. Man kann die unendlichen Weiten des Graslandes erkennen. Nur wenige male werden sie von dichtem Regenwald unterbrochen. Nach 130 Kilometern Schlaglochasphalt erreichen wir eine sandige Piste. Es ist Sylvester. Nahe bei einem Dorf schlagen wir im Busch unser Nachtlager auf. Abends genießen wir die angenehmen Temperaturen von 25 Grad und den Sternenhimmel. Das Sylvestermenü ist großartig. Es gibt eine türkische Tarhana Suppe, Tomatensalat, gegrilltes Ziegenfleisch (ohne Haare) und als Nachspeise frische Ananas. Dazu trinken wir das leckere Skol-Bier und stoßen bereits um 22 Uhr auf das neue Jahr an, bevor wir uns ins Bett legen.

Das neue Jahr aber fängt gleich mit einer Katastrophe an. Nach nur 35 Kilometern Fahrt geht es nicht mehr weiter. Die Zentralschraube des hinteren linken Blattfederpaketes ist gebrochen und die Achse ist verschoben. Wir sind am Ende. Glücklicherweise befinden wir uns in der Nähe eines Dorfes und siehe da, es gibt hier tatsächlich einen Mechaniker. Mit Hilfe zweier Wagenheber und einer Ersatzschraube wird das Federpaket wieder zurechtgerückt. Bei der Kontrolle der restlichen Blattfedern sehen wir, dass vorne rechts drei von sechs Blattfedern gebrochen sind.

Wir erreichen Kaniama. Hier gibt es Papa Guy, einem Mechaniker belgischen Ursprungs aus der Kolonialzeit. Das erste Mal sehen wir einen Weißen, der mit seiner Familie in der Abgeschiedenheit eines Dschungeldorfes lebt und arbeitet. Die Familie ist sehr herzlich und wir können auf dem Platz campen. Das ist auch bitter nötig, den während der Reparatur gießt es in strömen. An eine Weiterfahrt ist erst morgen zu denken.

Am nächsten morgen steigt Fredi als Beifahrer bei uns ein und ich nehme die KTM. Er ist einer von 3 Ärzten in der Region und muss nach Kamina. Da er die Strecke sehr gut kennt, kann er uns den besten Weg durch den Dschungel zeigen. Denn die Strecke ist vor allem am Anfang alles andere als einfach. Angeblich ist es möglich diese 220 Kilometer an einem Tag zu schaffen, na ja…

Während der Fahrt unterhalten sich Fredi und Esther ausgiebig über die medizinische Situation im Kongo. Fredi hat in Lubumbashi Medizin studiert und ist einer von drei Ärzten in einer Region, so groß wie Baden. Während des Studiums musste er pro Semester 450 $ Studiengebühren bezahlen. Er fährt jeden Monat unvorstellbare 3000 Kilomter Buschpiste, um zu seinen Patienten zu gelangen. Hauptjob ist es, das Fieber der Kranken zu senken, Malariatherapie und Tbc-Behandlung. Da es keine Radiologie oder Ultraschalldiagnostik gibt, muss bei jeder Erkrankung operiert werden. Durch das Militär, Drogen und teilweise erst 12-jährigen Prostituierten beträgt die HIV Rate hier 9 Prozent mit steigender Tendenz. Familienplanung ist in den Dörfern gänzlich unbekannt. So sind Familien mit 10 und mehr Kindern keine Seltenheit. Die Kinder sind auf sich allein gestellt, während die Eltern auf den Feldern arbeiten. Der Schulweg ist teilweise 10 km lang – also für Kinder beinahe unerreichbar. So verschlimmert die fehlende Bildung alles noch zusätzlich. Kurzum es existieren hier unhaltbare Zustände.

Als es Abend wird, sind es noch 100 km bis zu unserem Ziel. So müssen wir wieder im Busch übernachten. Am nächsten Tag sind wir total überrascht, als wir 2 belgische Motorradfahrer mit einer KTM 690 Adventure und BMW X-Challenge treffen. Wer begibt sich denn freiwillig auf die schlimmsten Pisten der Welt? Die beiden sind in Lusaka gestartet und wollen in 3 Wochen Kinshasa erreichen. Die Motorräder haben wenig Gepäck, so dass sie über die Pisten ganz gut durchkommen. Allerdings raten sie uns dringend davon ab, die RN 1 Richrung Lubumbashi weiterzufahren, da die Piste auf 60 Kilometer für kleine Fahrzeuge, wie den Land Cruiser kaum passierbar ist. Sie und auch Dr. Fredi empfehlen uns über Sokole nach Kolwezi zu fahren. Gegen Mittag erreichen wir endlich Kamina. Die Infrastruktur ist gut und wir können uns ganz gut versorgen. Nach der herzlichen Verabschiedung von Fredi kommt die nächste große Herausforderung auf uns zu: 340 Kilometer Piste bis Kolwezi.

23.12. – 29.12. Kikwit – Mbuji-Mayi

Von wegen 160 Kilometer – bereits nach 80 Kilometern hört der Asphalt auf und wir stehen vor einer breiten Schlammpiste, die in jeder Richtung durchzogen ist von tiefen Fahrspuren, die von den großen LKW-Reifen herrühren. Da ist kein Durchkommen möglich. Um nach Kilembe und dann nach Tschikapa zu gelangen, heißt es, muss man eine kleine Nebenpiste nehmen, die besser sei. Gesagt getan fahren wir nochmals etwa fünf Kilometer zurück und zweigen dann nach rechts ab. Und tatsächlich es eine ganz gut fahrbare Sandpiste, nur 1-2 mal mit Schlammpassagen, die wir ganz gut bewältigen können. 80 Kilometer weiter erreichen wir wieder die RN 1.

Doch hier sieht die Piste noch schlimmer aus, als vorher. An einem Anstieg ist die Piste so sehr verspurt, dass sogar zwei LKW am Berg gestrandet sind. Und beide LKW wurden aufgegeben. Auch wir stecken gleich beim ersten Versuch nach oben zu kommen, im dicken Schlamm und Modder fest. Nach einer halben Stunde schaufeln, kommen wir wieder frei. Was tun? Wie können wir diese Piste bewältigen? Man muss wissen: Es handelt sich hier um die Hauptstraße der DR Kongo, vergleichbar mit der B1 in Deutschland.

Wir treffen einen anderen Landcruiser-Fahrer. Der erzählt uns, dass es eine Umfahrung über Idiofa, Ilebo und Mweka bis Kananga gibt. Wir finden die Strecke auch auf der Karte. Das sind 810 km offroad Piste, die uns erwarten. Um nach Idiofa zu gelangen müssen wir nochmals die 80 km Piste zurückfahren und dann weitere 100 km. Erst in der Dunkeheit erreichen wir endlich Idiofa.

Wir haben Glück mit dem Wetter. Es regnet nicht. Es ist sonnig und trocken. Die Piste ist ganz gut fahrbar. Meistens haben wir tief verspurten Sand. Nur zweimal bleiben wir auf dieser Etappe im Sand stecken – beides mal weil wir frühzeitig mit dem Differenzial aufsetzen. Zu wenig Bodenfreiheit! Unser Landcruiser mit zu wenig Bodenfreiheit - das hätten wir nie für möglich gehalten! Aber die Pisten im Kongo haben ihre eigenen Gesetze! Noch wissen wir nicht, welch Genuss es sein kann, trockenen sauberen Sand wegzuschippen und jeweils bereits nach einer halben Stunde weiterfahren zu können.

Als wir den Fluss Loange erreichen, ist es kurz vor Dunkelheit. Wir wollen jetzt schnell mit der Fähre übersetzen und uns einen Schlafplatz suchen. Doch daraus wird nichts. Nach der Registrierungsprozedur bei der Polizei, wird und zu verstehen gegeben, dass die Fähre sich auf der anderen Seite befindet und zum starten 2 Batterien benötigt. Wir mögen doch unsere Batterien zur Verfügung stellen, 50 Dollar Gebühr für die kurze Überfahrt zahlen und 20 Liter Diesel für die Fähre spenden, damit sie fahren kann. Uns platzt der Kragen und wir schreien die Leute an. Doch wenn wir warten, kann das 1-2 Tag dauern bis ein weiteres Fahrzeug dazu kommt. Es hilft nichts. Nach harten Verhandlungen einigen wir uns darauf, dass wir unsere beiden Autobatterien demontieren (zum Glück fährt unser Landcruiser mit 24 Volt), die dann mit einer Piroge rüber gefahren werden, 15 000 Francs Kongolaise bezahlen (13 Euro) und 10 Liter Diesel zur Verfügung stellen. Als wir auf der anderen Seite ankommen, sind wir überglücklich und suchen uns in der Dunkelheit ein annehmbares Plätzchen.

Am nächsten Tag erwartet uns schon die nächste Überraschung. Wir gelangen an eine Brücke, die einen weiteren Dschungel-Fluss überspannt. Die Brücke ist schwer Reparatur bedürftig. Uns wird mulmig zu Mute. Hier drüber fahren? Die im 2/3 der Brücke fehlenden Holzplanken machen die Überfahrt unmöglich. Am Rand der Brücke gibt es aber noch genügend Holzplanken. Doch einer passt auf sie auf und gibt sie nicht heraus. Er sagt, dies sind privat und nur für den Notfall gedacht. Als ob dies kein Notfall wäre. Uns bleibt nichts anderes übrig, als die losen Holzplanken von immer wieder zu verwenden. Dass wir dabei über dünne Metallgitter balancieren müssen in einer Höhe von 5 Meter über dem schnell fließenden Fluss, macht die Aufgabe alles andere als einfach. Unser Adrenalinspiegel ist auf Maximum. Mehrmals biegen sich die losen Holzplanken durch und zwei brechen dabei sogar durch. Mit großer Wut im Bauch und viel Überwindung gelingt es uns den Landcruiser letztlich auf die andere Seite zu bekommen. Geschafft!!!

Wir hatten es auf der Karte bereits mit einem mulmigen Gefühl registriert. Uns erwartete eine zweite Fährfahrt über den Kasai Fluss – einem riesigen Seitenarm des Kongo. Als wir gegen 11 Uhr am Fluss ankommen stehen bereits zwei große LKW bereit. Es ist der 25. Dezember und damit Weihnachten. Die Fähre fährt heute nicht. Sondern erst morgen gegen 10 Uhr. So hatten wir also einen weiteren Tag Zwangspause. Wir genossen unser Mittagpicknick bei Sonnenschein, begannen unsere Wäsche im Kasai Fluss zu waschen und aufzuhängen. Erneut hatten wir Glück, dass es trocken und sonnig war – die Wäsche wurde auf einer Leine zwischen Landcruiser und einem LKW aufgehängt. Zum Schlafen jedoch fuhren wir zwei Kilometer zurück in ein Dorf, baten den Dorf-Vorsteher um Erlaubnis zum Übernachten und machten unser Lager klar. Es waren mindesten 200 Menschen, die uns umringten und neugierig musterten.

Erwachsene genauso wie Kinder. In einem anderer Teil des Dorfes waren Trommeln und Gesang zu hören. Wir schauten uns das an und tanzten mit. Dadurch stieg die Stimmung noch weiter an. Die Dorfbewohner waren begeistert. Esther tanzte und ich begann meinen Trainingslauf. Ich konnte ungefähr. 50 Kinder animieren mit mir mitzulaufen. Wir liefen in einer großen Meute die Piste entlang. Die Kinder begannen ein Lied zu singen und unser Laufschritt entsprach dem Takt des Gesangs. „Juguri, Juguri, Ju – Ju!“ Nach nur 2 Kilometern machten die Kinder schlapp. Ich lief noch weiter 2 und als ich zurück kam, war ich total erstaunt: Die Kinder hatten auf mich gewartet. Von nun nan nannten Sie mich Meister und waren stolz mit mir laufen zu dürfen. Wir liefen durch ein anderes Dorf und es schlossen sich noch mehr Kinder an. Nach 8 Kilometern kamen wir wieder im Ursprungsdorf an, und schlossen uns dem Tanz an. Nach dem Duschen und einem tollen Abendessen mit Nudeln mit Thunfisch-Tomatenauce ging dieser ereignisreiche Tag zu Ende.

Mit Afrikanischer Pünktlichkeit kommt die Fähre am nächsten Tag um 10:30 Uhr an. Ein LKW und wir dürfen rauf. Verlangt werden 30 Dollar und 50 Diesel. Bekommen hat der Fähr-Käptn insgesamt 50 Dollar. Hier gibt es keine Gesetze – sondern mafiöse Strukturen. Da verdienen viele andere Menschen mit. Und auch schwarze LKW Fahrer müssen diese teueren Summen berappen (50 Dollar und 100 Liter Diesel). Der Fluss ist wirklich breit. Wir fahren etwa 15 Minuten bis wir die andere Seite erreichen. Die Fähre legt an, der LKW legt den Gang ein und los geht’s. Die Fähre biegt sich mehr und mehr, der LKW ist groß und wie immer überladen und prompt ist es passiert – der LKW hängt zwischen Fähre und Ufer fest. Wie soll der LKW jemals frei kommen? Es dauert ganze drei Stunden, bis ein anderer LKW kommt und den festgefahrenen LKW beim zweiten Anlauf herausziehen kann.

Sehr spät, aber immerhin erreichen wir Ilebo, ein trost- und charakterloses Städtchen. Zumindest können wir unsere Dieselvorräte für teures Geld per Kanister auffüllen lassen, Brot, Zwiebeln und Tomaten einkaufen.

Die Piste Richtung Mweka wird jetzt immer anspruchsvoller. Mal ist es Tiefsand, mal wieder Lateritpiste. Die Piste ist häufig sehr eng und mitten durch den Dschungel geschlagen. Die Schlammpassagen werden immer häufiger. Und dann ist es passiert. Beim vorneweg fahren und den richtigen Weg für den Toyo suchen, bin ich in einer tiefen Schlammpassage zu langsam und stecke tatsächlich mit der KTM fest. Der Toyo zieht mich schnell mit einem Abschleppseil heraus. Aber auch mit dem Toyo bleiben wir zweimal im Schlamm stecken.

Der Grund ist immer der derselbe – zu wenig Bodenfreiheit und Aufsetzen mit dem Differential bzw. dem Motorradträger. Das Wegschaufeln im Schlamm ist um ein mehrfaches anstrengender und unangenehmer, als im Sand. Der Schlamm stinkt erbärmlich, alle Klamotten, Arme und Beine, Füße und Hände sind voller Dreck und Modder. Und es dauert immer 2-3 Stunden bis wir freikommen. Doch wir haben uns zu früh gefreut. An einer engen Stelle steckt ein LKW fest. Wir können nicht vorbeikommen. Der LKW ist natürlich überladen und hat nur Heckantrieb. Nach einer Stunde zuschauen beschließen wir, den rechten Teil der Piste so abzutragen, dass wir am LKW vorbeikommen. Mit zwei Schaufeln brauchen wir eine Stunde und kommen dann tatsächlich vorbei – geschafft!

Das nächste Hindernis ist vergleichsweise leicht zu bewältigen. Die Piste ist mal wieder von einem LKW blockiert. Der Grund: Ein Baum ist quer über die Piste gefallen. Gut dass die Leute alle hier eine Machete besitzen. Binnen fünf Minuten war der Baumstamm durchtrennt und Fahrt konnte fortgesetzt werden.

Inzwischen ist die Strecke etwas besser geworden. Die Piste ist breiter und gepflegter. Bis zu 40 km/ h sind jetzt möglich. Doch dann machte Unser Toyo Probleme. Zwischen Halbgas und Vollgas nahm er keinen Diesel mehr an. So konnten wir die zwischenzeitlich gute Strecke gar nicht genießen. Am Abend waren wir dann ganz schön frustriert. Der Toyo lief nicht richtig und wir kamen gar nicht so richtig voran. Vielleicht brachte uns ja der nächste Tag eine erfreuliche Überraschung?

Nichts der Gleichen. Die Strecke wurde wieder schwieriger und schon nach kurzer Zeit war es wieder passiert. Der Toyo steckte im Schlammloch fest. Immerhin nach einer Stunde buddeln kamen wir wieder frei. Der Blick für Besonderheiten auf der Strecken geriet immer weiter in den Hintergrund – wir hatten mehr und mehr nur noch einen Gedanken, schnellstmöglich bis Mbuji-Mayi zu kommen – von da an sollte es eine Kinderspiel bis Lubumbashi sein, so sagte man uns.

Tiefsandpassagen wechselten sich mit Schlammpassagen ab. Teilweise war die Piste 4-5 Meter tief in den Lateritboden geschlagen. Wir erreichten am Mittag Kakenge. Im einzigen Restaurant wollten wir das gekochte Ziegenfleisch mit Brot essen. Doch die Tatsache, dass das Fleisch mit Haut und Haaren in der Sauce schwamm, zwang uns die Mahlzeit zurückgehen zu lassen. Der Frust setzte sich immer tiefer in uns fest. Erneut steckten wir im Schlamm fest. Annähernd 100 Leute sahen uns dabei zu, wie wir den Wagen freischaufelten. Das Hilfsangebot der Einheimischen war immer verbunden mit Geldforderungen. Die Landbevölkerung ist unglaublich arm und perspektivlos. Immer wenn man uns Weiße (und damit vermeintlich Superreiche) sieht, sind die Worte und Gestiken eindeutig: Es wird verlangt nach Geld, Zigaretten und Alkohol. Das gilt auch für Polizisten bei den Straßenkontrollen, die uns quasi anbetteln. In den Dörfern gibt es keinen elektrischen Strom und keine fließendes Wasser. Es gibt nicht einmal gefasste Brunnen, wie im Niger oder in Mali. Die Menschen sind gezwungen Regenwasser oder aus dem Fluss zutrinken. Kein Wunder, dass die Menschen ihre Würde verlieren und degenerieren.

Endlich, es ist der sechste Tag seit Kikwit, erreichen wir Kananga. Auf der Karte sieht der Ort richtig groß aus. Doch die Realität ist eine andere. Die Infrastruktur ist sehr dürftig. Es gibt kein Fleisch und außer Zwiebeln und Tomaten auch kein Gemüse. Zudem wird der Dieselpreis immer teurer. Hier kostet der Liter schon 1,50 Euro. So wird die Umfahrung von Angola richtig teuer. Nicht nur, dass wir 2000 km mehr fahren müssen, wir haben durch die anspruchsvollen Pisten einen 1,5 fachen Verbrauch bei 5-fachem Dieselpreis.

Der Dieselfilter wird ausgewechselt und schon läuft der Toyo wieder 1A. Die Straße Richtung Mbuji-Mayi ist zunächst eine kaputte Teerstraße und geht dann in eine annehmbare Lateritpiste über. Etwa 40 Kilometer vor dem Mukambi See wird es wieder anspruchsvoller. Riesige Schlammlöcher müssen durchquert werden. Immer wieder müssen wir die Passagen zu Fuss ablaufen. Die Pistenfahrten erfordern eine permanente Konzentration auf die Strecke. Das kostet sehr viel Kraft und Energie. Immer wieder gibt es Umfahrungen der extra tiefen von den LKW verursachten Schlammlöcher. Diese sind mal gut mal schlecht, aber auch immer für Überraschungen gut. Diesmal jedoch haben wir eine technische Panne: nach dem Lac Mukambi kurz vor Dunkelheit funktioniert plötzlich die Kupplung nicht mehr. Mitten auf der schlammigen Piste gibt es kein vorankommen mehr. Wir müssen mitten auf der Piste übernachten.

Am nächsten Morgen machen wir einen Plan: Mit der KTM nach Mbuji Mayi fahren und einen neuen Kupplungszylinder kaufen und wieder zurückkommen. Umso erfreuter sind wir, als bereits um 9 Uhr ein LKW ankommt. Der Fahrer und Mechaniker steigen aus, sehen sich die Situation an und fangen an, das Teil zu demontieren. Durch den Gebrauch von Strukturband, wird die Dichtung verbreitert und tatsächlich bleibt das Hydrauliköl im Kreislauf und wir können wieder fahren. Überglücklich erreichen wir Mbuji Mayi und können sehr schnell ein Kupplungskolben ergattern, zudem auch endlich wieder Fleisch und Gemüse. Das sollte es also gewesen sein mit den schwierigen Pisten und den Abenteuern in Kongo. Wir freuten uns jetzt auf Asphaltstraßen und gute Pisten bis Lubumbashi.

20.12. – 22.12. Matadi – Kikwit

Unglaublich aber wahr: wir fahren auf einer 8-spurigen Teerstraße durch das Zentrum von Kinshasa, der Hauptstadt der DR Kongo. Viele Hochhäuser sind zu sehen und das Zentrum ist sehr modern. Einkaufscenter nicht nur mit Lebensmitteln, sondern auch mit allen möglichen elektronischen Geräten zeugen davon, dass es hier auch Reichtum gibt. Die Stadt ist groß, etwa 40 km in der einen Richtung. Wie viele Millionen hier leben ist unbekannt – man munkelt mehr als 6 Millionen.

Nur wenige Kilometer außerhalb des Zentrums sieht es ganz anders aus. Der Asphalt hört auf, Schlamm und Dreck prägen die Straßen. Sehr viele arme Menschen, versuchen hier in der Hauptstadt ihr Glück zu finden – und scheitern meist durch noch größere Armut. Wo in anderen afrikanischen Städten Esel und Eselskarren die Lasten ziehen, sind es hier die Menschen selber, die monströs bepackte zweirädrige Lastenkarren ziehen.

Von Matadi bis Kinshasa konnten wir eine gut ausgebaute Teerstraße entlang fahren und die Savannenlandschaft genießen. Auch danach bleibt uns diese Landschaftsform erhalten. Mit dem Unterschied, dass auch immer häufiger dichter Regenwald die Savannenlandschaft durchkreuzt. Es bleibt auch weiterhin hügelig bis bergig. Wir haben kaum einmal weite Ebenen. Es ist ein Genuss, auf einer guten Teerstraße das satte Grün und die üppige Vegetation zu bestaunen. Da zahlen wir auch gerne die Straßenmaut, die immer wieder anfällt. Jon, Anna, Jaques, Delphine und die Kinder waren noch in Kinshasa. Deren Idee war es, die Kinder und Delphine per Flugzeug nach Lubumbashi zu schicken und dann mit dem Defender und der Yamaha Richtung Lubumbashi aufzubrechen.

Wir hatten inzwischen Kikwit erreicht. Auch hier sieht man, wie in allen Städten der DR Kongo, viele Kirchen und kirchenähnliche Institutionen. Es gibt unheimlich viele verschiedene Sekten und Religionsgemeinschaften, die hier ihr Unwesen treiben. Immer wieder muss man laute Predigten ertragen, die bereits morgens um 5 Uhr anfangen und immer mit extrem lauter Musik untermalt sind. Man wird den Eindruck nicht los, dass hier die vielen armen Menschen einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Christliche und vor allem katholische Missionsarbeit ist hier in vollem Gange.

160 Kilometer hinter Kikwit soll die Asphaltstraße der RN 1 laut Michelin Karte wieder zur Piste werden. Wir sind gespannt.

13.12.-20.12. Matadi

Die erste Aufgabe, die wir nun hatten, war es, unser Visum für die DR Kongo zu verlängern. Wir hatten nur noch 3 Tage, bis zum 15.12. legalen Aufenthalt hier. Also gingen wir zur Immigrationspolizei, die sich nur 100 Meter vom angolanischen Konsulat befand. Hier ging alles ziemlich schnell und unkompliziert, unser Visum wurde um 2 Monate verlängert. Kosten: 120 US Dollar pro Person. Jetzt hatten wir zumindest Zeit gewonnen, um uns nach Alternativen zum Angolavisum aus Matadi umzusehen. Diese Zeit nutzen wir natürlich auch dazu, um uns von den Strapazen zu erholen, die Fahrzeuge auf Vordermann zu bringen und ausgiebig zu reinigen. Der Toyo bekam zudem noch neue Bremsbeläge hinten und neues Getriebeöl verpasst.

Die Infrastruktur in Matadi war sehr gut. Bei einem arabischen Händler konnten wir sogar feine Beef Steaks bekommen, die wir an einem Abend gegrillt genießen konnten. Beherbergt waren wir bei Bienvenue (das ist tatsächlich sein Vorname), einem Franzosen Kongolesischer Herkunft. Sein Haus und sein von Mauern umringter Hof samt Garten, waren ein idealer Campingplatz für uns – und das für nur 5 US Dollar pro Nacht und Person.

Inzwischen kam ein weiteres Geländefahrzeug zu unserer Gruppe hinzu. Es waren Jaques und Delphine samt ihrer 3- und 6-jähigen Töchter. Ion und Ana hatten die französische Familie in Nigeria kennen gelernt. So waren wir also auf insgesamt 8 Personen angewachsen. Jaques fährt einen Land Rover Defender 110 TDI mit Aufstelldach. Auch sie wollen Afrika einmal umrunden, haben sich aber 1 Jahr Zeit dafür genommen.

Inzwischen kam ein weiteres Geländefahrzeug zu unserer Gruppe hinzu. Es waren Jaques und Delphine samt ihrer 3- und 6-jähigen Töchter. Ion und Ana hatten die französische Familie in Nigeria kennen gelernt. So waren wir also auf insgesamt 8 Personen angewachsen. Jaques fährt einen Land Rover Defender 110 TDI mit Aufstelldach. Auch sie wollen Afrika einmal umrunden, haben sich aber 1 Jahr Zeit dafür genommen.

Inzwischen hatten wir herausgefunden, dass es auch in Muanda ein angolanisches Konsulat gibt. Doch auch die war geschlossen. Ein Blick auf die Webseite der angolanischen Botschaft in Berlin bestätigte unsere Befürchtung: Auch diese Vertretung war bis 9. Januar 2012 geschlossen. Blieb also nur noch die Botschaft in Kinshasa. Von hier erhielten wir eine weitere Hiobsbotschaft: Nicht nur, dass Kinshasa keine Transit Visa ausstellt, uns wurde auch mitgeteilt, dass es Order gib, Overlander mit eigenem Fahrzeug keine Transitvisa mehr zu erteilen. Damit war auch die Option, bis zum 9.1.2012 zu warten eine eventuelle Sackgasse.

So bleibt uns also nur noch eine Alternative: wir müssen versuchen mitten durch den tiefsten Kongo nach Osten einen Weg zu finden, um nach Sambia einzureisen und dann nach Namibia. Das sind statt der 2000 km durch Angola etwa 4000 km bis nach Nordnamibia und davon etwa 200 – 400 km, die zur Regenzeit nicht passierbar sein sollen. Die Regenzeit hatte im Dezember begonnen und sollte bis Juni gehen. Schön, dass wir während der gesamten Woche Aufenthalt in Matadi keinen Regen hatten.

Ndende - Matadi Fotogalerie 6.12. - 12.12.

GABOUN – KONGO – DR KONGO 6.12. – 12.12. Ndende – Matadi „Die Brücke ist nicht passierbar – sie wurde vom Regen weggeschwemmt“. Wir konnten das nicht glauben und fuhren schnell die drei Kilometer an besagte Stelle und tatsächlich – die schweren Regenfälle der letzten Tage hatte die Brücke einfach weggeschwemmt und unpassierbar gemacht. Ungläubig standen wir kurz vor Sonnenuntergang vor dieser schwierigen Herausforderung. Sollte unser Vorhaben, bis zum 15.12. in Angola einzureisen hier scheitern?

Dabei waren wir doch bis hierher ganz gut vorangekommen. Die Grenzprozedur von Gaboun nach Kongo hatte diesmal nur 65 Minuten gedauert. Die Schlammpisten hatten, wie erwartet, hinter Ndende begonnen. Obwohl wir selber noch keinen Regen abbekommen hatten, war klar, dass es hier vor kurzem geregnet haben musste. Die Lateritpiste hatte sich in eine rutschige Schlammpiste verwandelt. Noch ging es ganz gut zu fahren. Die Vegetation hatte sich inzwischen geändert. Der dichte Regenwald war der Feuchtsavanne gewichen. In Kibangou, dem ersten größeren Ort in Kongo, sahen wir ein Hotel. Doch leider meinte die Frau, die wir ansprachen, dass sich das Hotel noch in Bau befindet. Sie lud uns ein, bei ihr im Garten zu übernachten. Wir nahmen die Einladung an und waren gerade dabei unser Zelt aufzubauen, als wir das dumpfe Hämmern einer großen Einzylinder-Enduro vernahmen. Ich lief umgehend auf die Piste, doch das Motorrad mit 2 Personen und viel Gepäck war schon vorbeigefahren. Ich spurtete zurück in den Garten, sprang auf de KTM und nach 3 Kilometern hatte ich sie eingeholt. Auf der Yamaha XT 660 Ténéré saß ein Pärchen aus Rumänien. Ich lud sie in „unseren Garten“ ein. Frau Poulet, de Besitzerin hatte nichts dagegen. So waren wir also heute Abend zu viert und hatten natürlich viel zu erzählen.
Ana and Ionut, ein Architektenpärchen aus Bukarest, waren bereits im Juni losgefahren und damit länger, als wir unterwegs. Sie hatten alleine in Marokko einen Monat und in Nigeria 2 Monate verbracht. Im Gegensatz zu uns hatten sie viel Regen abbekommen, da sie auch in der Regenzeit unterwegs waren. Als wir am nächsten Morgen aufwachten und gerade unser Frühstück hinter uns gebracht hatten, ging es mit dem Regen los. Unser erster Regen seit Monaten. Wir nahmen einen Teil des Gepäcks von Ana und Ion auf den Dachträger des Toyo und los ging es bei Dauerregen. Die hügelige und tiefgrüne Landschaft war teilweise in Regenwolken und Nebel verhüllt. Die Lateritpiste war teilweise sehr schwierig zu befahren, der Boden unheimlich glitschig und rutschig. Gegen Mittag haten wir Dolisie erreicht. Hier ließ der Regen nach und wir konnten sogar bei Sonnenschein Mittag essen. Beim Konsulat von Angola machten wir einen Stopp, um uns über das Visum zu informieren. Die Diplomatin bestätigte uns, dass man für 100 Dollar ein 7 Tages Transit Visum bekommen kann. Da es jedoch noch ca. 500 Kilometer meist schlecht Piste bis zur DR Kongo - Angola Grenze waren, empfahl sie uns, das Visum in Matadi zu holen. Wir mussten bis 15. Dezember aus der DR Kongo ausreisen und Ana und Ion bereits am 14. Dezember. So fuhren wir also am Nachmittag, nachdem wir einen defekten Stoßdämpfer am Toyo ersetzt hatten, weiter und nur wenige Kilometer hinter der Stadt konnten wir sogar im trockenen campen.

Am heutigen Tag fuhr Esther den Toyo und Ana setzte sich dazu. Ion fuhr die Yamaha und ich die KTM. Das war eine richtig lustige Rutschpartie. Doch Ion hatte mit einem fast abgefahrenen Vorderreifen und den TKC 80 von Conti als Hinterreifen schlichtweg keine geeigneten Reifen für de Schlammpiste. So Stürzte er zweimal und dabei verbogen sich die Kofferträger und der Fußbremshebel. In Madingou aßen wir leckere Koteletts von einem Buschtier, das wir nicht kannten, zum Mittag. Ein anderer Reisender empfahl uns in diesem Restaurant eine andere Strecke bis nach Luozi zu nehmen. Gesagt getan ging es weiter, doch nun prasselten wieder Regenschauer auf uns nieder. Die Piste wurde immer schwieriger zu fahren. Endlich waren wir in Boko Songho angekommen. Als wir an einem Checkpoint kontrolliert wurden, meinten die Beamten, dass die Grenze zur DR Kongo wegen der Unruhen in der DR Kongo geschlossen seien. Wir müssten mindestens 2 Tage warten. Wir waren schockiert. Doch nach etlichen Diskussionen wurde klar, dass wir nach den Formalitäten am nächsten Morgen passieren könnten. Wir wurden zu einem Sportplatz beordert und konnten hier unser Nachtquartier aufbauen. Trotz dieser widrigen Umstände, konnte ich immerhin einen 6- km-Lauf absolvieren.

Es dauerte eineinhalb Stunden bis wir die Grenzbehördengänge am nächsten Morgen absolviert hatten. Zudem hatte es wieder angefangen zu regnen – aber wie! Starker Dauerregen machte die bergige und enge Piste jetzt zu einer wahren Schlammschlacht. Das Problem war nicht einfach nur der Schlamm, sondern die extrem tiefen Spuren, die unter Wasser nicht zu erkennen waren. Da kam sogar die große Bodenfreiheit des Toyo an die Grenzen. Mehrmals kamen wir mit dem Unterboden bzw. Motorradträger auf. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug hier nur noch 6 km pro Stunde. Mittags kamen wir endlich am eigentlichen Grenzort Minga an. Wir erfuhren, dass dieser Grenzübergang nur von ca. 3-4 Fahrzeugen im Monat passiert wird und dass vor 12 Jahren einmal weiße Touristen hier durchgefahren sind. So war es kein Wunder, dass viele der Dorfbewohner jetzt zum ersten Mal Weiße zu sehen bekamen und uns entsprechend neugierig bestaunten. Nach den Ausreiseformalitäten, die sich wieder ungefähr zwei Stunden hinzogen, kamen wir also an die Stelle, mit der weggeschwemmten Brücke. An einer Stelle, war das Wasser etwa 2 Meter tief. An ein Durchfahren war nicht zu denken. Da es bereits dämmerte fuhren wir in das Grenzdorf zurück. Die Frau des Ortsvorstehers stellte uns zwei Räume ihres Hauses zur Verfügung. So mussten wir uns die Räume mit einem Hausschwein und 2 Ferkeln teilen. Wir fühlten uns erbärmlich schlecht. Die gewaschene Kleidung trocknete nicht. Die Luftfeuchtigkeit war zu hoch. Alles stank ekelhaft. Fast alle Klamotten waren von Schlamm übersäht. Und jetzt auch noch die unpassierbare Brücke.

Am nächsten Morgen wendete sich das Blatt zu unseren Gunsten. Ein Team aus 14 Dorfbewohnern, war um 9 Uhr an der Brücke eingetroffen. Der Wasserstand war zurückgegangen. Innerhalb von 1,5 Stunden hatten sie die Brücke wieder in Stand gesetzt. Überglücklich übergaben wir ihnen 12 000 CFA und konnten tatsächlich bereits um 10:30 Uhr unsere Reise fortsetzten. Doch wir hatten uns zu früh gefreut. Wir hatten zwar nach 11 Kilometern das Grenzdorf Fininga und damit die Demokratische Republik Kongo erreicht, aber kurz danach fing es wieder zu regnen an. Die folgenden 20 Kilometer bis zum nächsten Grenzposten Nkundi gehörten mit zum Schlimmsten, was wir bisher erlebt hatten. Doch letztlich erreichten wir Nkundi, wechselten Geld (hier sind der Franc Kongolais und der amerikanisch Dollar gültige Währung), aßen zu Mittag, tankten beide Fahrzeuge auf und freuten uns auf die nächsten Kilometer. Denn es hieß, dass es jetzt besser werden sollte.

Von wegen: Die großen Furchen und Schlammlöcher wurden immer tiefer, rutschiger und häufiger. Wir kamen kaum voran. Die Yamaha fuhr zwar sehr langsam, aber kam überall durch. Unglaublich, wie auch der Land Cruiser HJ 61 mit etwa 3 Tonnen Gewicht unter zur Hilfenahme von Allrad, Reduktionsgetriebe und Differentialbremse überall durchkam. Er hatte nur mit dem geringeren Böschungswinkel, der durch den Motorradträger bedingt war, zu kämpfen. Und dann war es passiert: Der Toyo saß plötzlich sowohl vorne, als auch hinten auf dem Differential auf. Die Räder drehten durch. Wir setzten die Sandbleche ein. Nichts ging mehr, denn auf Grund der Nässe rutschen die Reifen nur. Mit den Schaufeln graben: Auch das ging kaum, denn das Material unten war zu hart und man kam wegen des Wassers und des Schlammes gar nicht ran. Dann setzten wir unsere mechanische Winde ein: Doch auch die half nichts, denn der Winkel vom weit entfernten Baum war sehr steil und unser Bergegurt zu elastisch. Wir waren am Verzweifeln. Ein paar Einheimische waren auch an die Stelle gekommen, um zu helfen. Wir begannen das Fahrzeug mit Unterstützung von Muskelkraft nach vorne und hinten zu wippen. Auch das half nichts. Die Dorfbewohner hatten inzwischen Steine (woher Steine hier in dieser Gegend herkommen, bleibt uns ein Rätsel) mitgebracht und machten damit den Schlamm etwas griffiger. Nachdem wir erneut die Wipptechnik angewendet hatten und mit der Kraft von 8 Erwachsenen, gelang es uns endlich nach 2,5 Stunden den Toyo freizubekommen. Das alles geschah im feuchtwarmen Sumpfgebiet. So verwunderte es kaum, dass wir alle am Abend unter unzähligen Moskito Stichen zu leiden hatten.
Inzwischen war es dunkel geworden. Es regnete immer noch. Wir konnten nirgends anhalten, um zu campen. Also beschlossen wir, die verbleibenden 40 Kilometer bis nach Luozi durchzufahren. Nach weiteren 4 Stunden und völlig müde, entkräftet und hungrig kamen wir in Luozi gegen 23 Uhr an. Eine katholische Mission erlaubte uns, dass wir im Garten kostenlos campen durften. Es war 10:30 Uhr des nächsten Tages, als wir die Fähre am wasserreichsten Fluss Afrikas, dem Kongo, erreichten. Kaum dass wir auf der Fähre waren hieß es wieder zurück, denn der große Regen kam. Es war zum Verzweifeln. Sage und schreibe 5 Stunden mussten wir bei Dauerregen auf die Fähfahrt warten, denn erst dann hatte der Regen nachgelassen. Weitere 100 Kilometer Schlammpiste erwarteten uns bis Kimpese, wo wir die Hauptstraße und damit Asphalt erreichen sollten. Erneut hieß es, dass die weitere Strecke bis Kimpese leichter zu bewältigen sein sollte. Das stimmte diesmal. Statt 10 km/h im Schnitt schafften wir 22 km/h im Schnitt. Um 21 Uhr und damit nach 6 Tagen und 700 Kilometern Schlammpiste hatten wir tatsächlich wieder Asphalt unter den Rädern. Die 140 Kilometer bis nach Matadi auf allerbestem Asphalt hatten wir schnell erledigt und hatten endlich unser Zielort um 11 Uhr erreicht. Doch dann der Schock: Wegen der politischen Situation in der DR Kongo und der Weihnachtsferien, waren alle Angolanischen Vertretungen in der DR Kongo bis 10. oder 15 Januar geschlossen! Der Konsul von Matadi befand sich in den Ferien in Angola! Was jetzt? Sollten die ganzen Strapazen der letzten Tage ganz umsonst gewesen sein – oder konnte es einen Ausweg geben?

KAMERUN - GABOUN 3.12. – 5.12. Yaoundé – Ndende „Sie passieren den Äquator“ heißt es auf dem Schild am Straßenrand. Nach einer tollen Strecke auf allerbestem Asphalt in Gaboun sind wir in die südliche Hemisphäre eingedrungen. Bis hierher sind wir seit Berlin 14 000 Kilometer gefahren und hatten immer noch keinen Regen (Ausnahme 2 Tage in der marokkanischen Sahara). Die Grenzformalitäten bei der Ausreise aus Kamerun und der Einreise nach Gaboun hatten nur 1 Stunde und 10 Minuten gedauert. So sehr wir auch erfreut über diese Tatsache waren, so sehr stimmte uns folgender Umstand ein wenig traurig: Bei unserem letzten Buschcamp in Kamerun wurde uns deutlich vor Augen geführt, dass viele Zentralafrikaner Alkoholprobleme haben. In dem Dorf, in dem wir übernachtet hatten, begannen manche schon um 7 Uhr damit, ihr erstes Bier zu trinken. Immer wieder trafen wir auf alkoholisierte Menschen an. Umgerechnet kostet hier eine Flasche (mit 0,65 Litern Inhalt) 80 Cent. Das ist für die Einheimeischen auch nicht gerade billig. In den muslimischen Ländern Senegal, Mali, Burkina und Niger ist Bier zwar auch erhältlich, wird aber bei weitem nicht so ausschweifend konsumiert. Ganz anders verhält es sich in allen bisher besuchten Ländern mit dem Rauchen. Menschen, die rauchen, sind äußerst selten anzutreffen. Zum einen ist das Rauchen zu teuer, zum anderen ist es eher verpönt und Werbung für das Rauchen existiert schlichtweg nicht. Einzige Ausnahme waren die ca. 90 % Raucher bei dem Jazz-Festival in Bamako – alles Weiße aus Europa.

Nach der Grenzüberschreitung war schnell klar geworden, dass Gaboun reicher ist, als die Westafrikanischen Länder. Die Straßen sind in top Zustand. Es gibt sogar Straßenschilder mit dem Hinweis auf Parkplätze. Die Häuser in den Dörfern und Städten sind rechteckig und haben meist einen angelegten Garten. Alles ist gepflegter und ordentlicher. Wenn es ein Superlativ für Farben gebe, dann könnte man hier feststellen: Gaboun ist am Grünsten. Immer wieder jedoch sieht man große Schneisen, die in den dichten Regenwald geschlagen wurden. Mal sind sie dazu da, dass neue Straßen von chinesischen Unternehmen gebaut werden. Dann wiederum rühren die Schneisen daher, dass Raubbau am Regenwald betrieben wird. Die Bäume, die gefällt werden sind gigantisch groß – und haben meist mehrere hundert Jahre auf dem Buckel. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, immer wieder fahren wir durch Nebel durch. Auch tags ist es fast immer bewölkt. Nachts fallen die Temperaturen nicht unter 22 Grad und tags steigen sie nicht über 30 Grad Celsius.

Die dichte Vegetation versetzt uns immer wieder ins Staunen. Teilweise fahren wir durch natürliche Tunnel aus Bambushölzern. Dann können wir ihn sehen, den gigantischen Dschungelfluss Ogooué. Die lang gezogenen Kurven auf gutem Asphalt animieren uns zu zügiger Fahrweise – wir kommen gut voran.

Bereits am 5.12. erreichen wir Lambaréné. 1915 war der deutsch Arzt Albert Schweitzer bei seiner Flussfahrt über den Ogooué so sehr von der Vielfalt der Vegetation und das Artenreichtum der Fauna und Flora begeistert, dass er sich für das Leben und gegen den ersten Weltkrieg entschied, der in Europa wütete. Er baute mit den einfachsten Mitteln ein Krankenhaus auf. Dieses existiert heute noch und wird von der Albert Schweitzer Stiftung betrieben. Wir besuchten diese beeindruckende historische Städte und waren sehr angetan von der Atmosphäre. Ein Gruß sei hier gesondert an das gesamte Laborteam im St. Hedwig Krakenhaus in Berlin, in dem auch Esther arbeitet, gesendet.

Von Yaoundé bis nach Ndende hatten wir jetzt annähernd 1050 Kilometer hinter uns gebracht, von denen etwa 800 jedem Motorradfahrer, ganz gleich ob mit einer Tourenmaschine, einem Cruiser oder Sportler die Sprache verschlagen hätte. Denn hier war Kurve an Kurve auf allerbestem Asphalt aneinandergereiht. Mal waren es lang gezogene Kurven, dann wieder kleine und enge. Wir hatten extrem wenig Verkehr und lange Gerade gab es kaum einmal. Es war so, als ob man 800 Kilometer Nürburgring Nordschleife gefahren hatte – und das durch die wahre „Grüne Hölle“.

1.12. – 2.12.2012 Yaoundé

„Non, ce n´est pas possible a longez votre visa” (Nein, es ist nicht möglich Ihr Visum zu verlängern), sagt der Mitarbeiter der Botschaft der Demokratischen Republik Kongo zu uns. Wir befinden uns im Stadtteil Bastos, dem Botschaftsviertel von Yaoundé. Die Anträge für Gaboun und Kongo hatten wir vorher gestellt und mussten mal wieder mit insgesamt 270 000 CFA Francs sehr viel Geld berappen. Dafür konnten wir sie innerhalb von 24 Stunden abholen und mussten das Wochenende nicht mehr abwarten.

Wir hatten inmitten des Zentrums von Yaoundé ein Hotel gefunden in dessen kleinem Innenhof wir campen durften. Das Restaurant nebenan hatte mit Kokospalmen, Bananenstauden und einem gigantischen Gummibaum einen sehr einladenden Garten. An einem Fischgrillstand konnten wir sehr leckere gegrillte Makrelen essen. In einer nahe gelegenen Patisserie gab es zudem Buttercroissants und diverse Torten zu genießen. Yaoundé war bisher die modernste und sauberste Hauptstadt auf unserer Reise.

Während der Toyota an der Kupplung repariert wurde (mal wieder alterungsbedingter Verschleiß), nutzten wir die Zeit für einen Großeinkauf im Supermarkt. Denn die Konsequenz aus der kurzen Visumdauer heißt, wir müssen innerhalb von 13 Tagen (bis zum 15. Dezember) durch die Republik Gabun, die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo durchfahren (insgesamt 1500 km) und zudem in Matadi, einem Grenzort zu Angola, das angolanische Visum beantragen, das wiederum bis zu 3 Tage dauern kann. Die Straßenverhältnisse, die wir erwarten sind eher von schlechter Natur. Und wenn es regnen sollte, konnten manche Pisten kaum passierbar werden. Erschwerend kam jetzt noch hinzu, dass es während der Präsidentschaftswahlen in Kinshasa, der Hauptstadt der DR Kongo, zu Unruhen mit 18 Toten gekommen sein soll. Brazzaville in Kongo und Kinshasa in der DR Kongo wollten wir deshalb unbedingt meiden. Hierzu gibt es eine Abkürzung bis nach Matadi. Diese soll allerdings schwierig zu befahren sein – hinsichtlich Orientierung und Pistenverhältnisse. Mal sehen was uns im Dschungel dieser drei Länder erwartet. Die nächsten zwei Wochen heißt es also fahren, fahren, fahren – und hoffen…

27.11. – 30.11. Ngaoundere – Yaoundé

Affen – mitten auf der Teerstraße Richtung Ngaoundere. Wir durchfahren den Nationalpark von Benoué. Hier soll es auch Hyänenen, Antilopen und Wasserbüffel geben. Als wir in Ngandoure losfuhren ging es wieder auf breiter Piste aus Tonerde Richtung Tibati. „Das soll eine Hauptstraße sein?“ fragten wir uns ein ums andere mal. Teilweise konnten wir wegen der tiefen Schlaglöcher und den tief ausgefahrenen Spuren nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Enge Kurven und bergige Strecken erschwerten uns das vorankommen zusätzlich. Die Landschaft änderte sich zusehends. Die Vegetation wurde immer üppiger. Die Bäume standen immer dichter beieinander und wurden immer größer. Wir waren in der Feuchtsavanne gelandet. Seit den zwei regnerischen Tagen in Marokko, hatten wir keinen Regen gehabt. Es war auch keiner in Sicht. Alleine die Vorstellung diese Pisten bei Regen fahren zu müssen stimmte uns wieder positiv – bei Trockenheit waren uns die vielen Schlaglöcher doch lieber.

In Tibati entschieden wir uns für die direkte Variante in die Hauptstadt Kameruns. Auf der Karte nur noch eine gelbe gestrichelte Linie, hatten wir jetzt tatsächlich eine einzige Fahrspur, die uns durch den immer dichter werden Busch Richtung Süden führte. Dafür war der Laterit Belag anfangs sehr gut befahrbar. Teilweise konnten wir schon riesige Bäume sehen, an denen Lianen hingen. Erstmals wehte ein Hauch des dichten Regenwalddschungels durch die Fenster des Toyota. Unter diesen Umständen wurde es immer schwieriger einen geeigneten Lagerplatz zu finden. Der Ausweg war nach entsprechenden ebenen und offenen Plätzen in Dörfern Ausschau zu halten. Und tatsächlich war es mal der Kirchhof, mal der Schulhof und auch mal der Sportplatz, wo wir unser Lager aufschlugen. Natürlich immer mit der wohlwollenden Genehmigung der einheimischen Bevölkerung.

Nach insgesamt 730 Pisten Kilometern erreichten wir kurz vor der Hauptstadt wieder Asphalt und nachdem wir mit der Fähre den Senaga Fluss überquert hatten, wenig später Yaoundé.    

KAMERUN

23.11. – 25.11. Mokolo - Garoua

„Afrique en Miniature“ heißt der Werbespruch des Tourismusministeriums von Kamerun. Sollten wir also in einem Land alle Vegetationszonen Afrikas erleben können? Im Norden des Landes hatten wir, so wie auch zuletzt in Nigeria oder Niger typisch Sahelische Trockensavanne. Besonders schön wurde es aber, als die ersten Hügel und dann die ersten Berge auftauchten. Wir befanden uns bei den Vulkanbergen von Kapseki und Roumseki. Ursprüngliche Dörfer passten sich malerisch in die schöne Umgebung an. Die Straßen hier im Norden bestanden aus meist schlechten offroad Pisten. So kamen wir nur langsam voran.

Neben Moscheen sah man nun auch immer häufiger Kirchen. Die Bevölkerung war sehr nett und hilfsbereit. Erstaunlich war die Tatsache, dass neben Französisch viele auch Englisch, ja der eine oder andere sogar Deutsch sprachen. Das liegt daran, dass neben Französisch auch eine weitere Fremdsprache in den weiterführenden Schulen gelernt wurde.

In Garoua erreichten wir wieder Asphaltstraßen, wechselten Geld (auch hier gibt es die CFA, allerdings die Zentralafrikanischen), kauften auf dem Markt ein und hatten als nächstes Ziel bereits Ngaoundere vor Augen.

NIGERIA

21.11. – 22.11. Damasak – Banki

„You should not drive on – it´s too dangerous - Fahrt nicht weiter, es ist zu gefährlich” warnen uns die Zollbeamten. Inzwischen sind wir in Damasak, der nigerianischen Grenzstadt angekommen. Nein, die Gefahr ging nicht von Boko Haram aus, der Sekte, die erst vor 2 Wochen ein Massaker an 40 Polizisten verübt hatte, sondern von ganz normalen Banditen, die erst gestern einen Raubüberfall auf der Straße nach Maiduguri verübt hatten. Was sollten wir tun? In einer Stunde ging die Sonne unter und in Damasak gab es kein Hotel. Doch dann lernten wir Mainu Bura kennen. Er ist Vizebürgermeister der Stadt, diplomierter Sozialarbeiter und studiert immer noch – und das ganze mit 29 Jahren. Nachdem er mit mehreren Gefolgsbeamten unsere Identität gecheckt hatte, lud er uns in seine Regierungslodge ein und wir konnte die Nacht in einem eigenen Appartement, mit eigener Security – also in Sicherheit verbringen. Das nennt man dann echte Gastfreundschaft.

Die Leute waren alle unheimlich nett. Gerne hätten wir mehr über das erdölreich Land mit weit über 100 Millionen Einwohnern und damit dem bevölkerungsreichstes Land Afrikas, erfahren. Auch die vielen Straßenkontrollen, vor allem an der Grenze zu Kamerun, waren stets korrekt und höflich. Doch das Gefühl, in einem Land im Ausnahmezustand unterwegs zu sein (die Straßenkontrollen waren meist Checkpoints mit Sandsäcken und Hindernissen und die Polizisten bzw. Soldaten waren meist mit Gewehren und Maschinenpistolen bewaffnet) animierte uns am nächsten Tag dazu, schnell nach Kamerun zu gelangen. Nach den Ausreise- aus Nigeria und den Einreiseformalitäten nach Kamerun (einschließlich dem Abschluss einer KFZ Haftpflichtversicherung) gelangten wir erst in der Dunkelheit in den  Kameruner Busch. Obwohl wir heute Geburtstag hatten, waren wir froh, um 22 Uhr ins Bett zu gehen – wir waren ganz schön erledigt…   

NIGER

16.11. – 20.11.2011 Niamey – Diffa Auf drei Liter auf 1000 Kilometer war der Ölverbrauch des Toyota inzwischen angestiegen. Wohl wissend hatten wir das Problem des Ölverlustes aus Deutschland mitgebracht und wollten es untrwegs lösen. Inzwischen also war es von Nöten O-Ring oder Dichtung auszutauschen. In Birnin-Konni hatten wir uns dafür entschieden, das ganze reparieren zu lassen. Mit Claude als Chefmechaniker hatten wir eine gute Wahl getroffen. Er und seine 4 Jungs hatten zwei Stellen ausgemacht, an denen das Motoröl auslief. Eine Dichtung neben dem Ölfilter und die Seitendichtung am Motorblock mussten ausgetauscht werden. Da wir erst um 16:00 Uhr ankamen und alle Teile neben dem Motor weggebaut werden mussten, dauerte es bis zum nächsten Morgen um 10 Uhr. Doch damit nicht genug, eine weitere Dichtung zwischen Motor und Getriebe musste getauscht werden.

So dauerte es bis 15 Uhr am nächsten Tag und insgesamt drei Dichtungen (Originale gibt’s natürlich nicht, die Dichtung wird passend zugeschnitten und mit Dichtungsmasse versehen) wurden erneuert. Letztlich war die Reparatur erfolgreich. Innerhalb von 24 Stunden und mit Hilfe von 5 Arbeitern für umgerechnet 55 Euro war alles erledigt. Nachdem wir auch noch 150 Liter Diesel vom Schwarzmarkt aus dem benachbarten Nigeria gekauft hatten, und bereits hier Nigerianische Naira getauscht hatten, ging es dann zügig weiter Richtung Maradi.

Inzwischen hatten wir Zinder erreicht. Die zweitgrößte Stadt ist für die klassische Architektur der Haussa bekannt. Die am weitesten verbreitete Sprache ist im Niger (nach Französisch) Haussa. Besonders viel Attraktives der Haussa war in der Stadt allerdings nicht mehr zu sehen. Richtung Gouré und Diffa wurde es nun wieder sandiger. Neben der klassischen Dornbuschsavanne konnte man jetzt immer öfter Sanddünen zu Gesicht bekommen. Endlich wurde es auch ein wenig hügeliger und kurvenreicher. Neben den vielen Akazien spendeten auch wieder Dattelpalmen schatten in der heißen Halbwüste. Tags erreichte das Thermometer nach wie vor 37 Grad und nachts ging es einmal sogar bis auf 6 Grad runter. Immer wieder konnten wir traditionelle Reiter auf Pferden sehen, die auch ein Schwert mit sich führten.

In Diffa sollte es nach Nigeria weitergehen. Wir hatten dazu eine möglichst kurze Strecke von gerade einmal 350 Kilometer gewählt, um den vielen Straßenkontrollen zu entgehen. Wir waren sehr gespannt, was uns da erwarten sollte…

BURKINA-FASO

12.11. – 15.11.2011

188 000 CFA kostet das Visum zur Einreise nach Burkina Faso. Wir trauen unseren Agen nicht. Das sind umgerechnet 180.- Euro pro Person – und damit das mit Abstand teuerste Visum unserer Reise. Bei der Alternativstrecke über Gao wären wir eventuelle von Banditen überfallen worden – von illegalen natürlich. Jetzt aber wurden wir vom Staate Burkina Faso ganz legal um diesen Betrag erleichtert.

Wenn man allerdings die Geschichte umdreht, relativiert sich alles. Wer in Burkina Faso kann denn schon an die Grenze Deutschlands kommen und binnen 5 Minuten ein Touristenvisum bekommen? Ansonsten war die Grenzabwicklung schnell und unkompliziert.

So wie Mali und Niger liegt Burkina Faso auf den letzten Plätzen der ärmsten Länder der Welt. Neben der typischen Sahelischen Vegetation, sind auch die Menschen ähnlich freundlich, wie in Mali. Nur die Anzahl der französisch sprechenden Menschen ist hier etwas geringer.

Die Strecke über die Städte Djibo und Dori war sehr abwechslungsreich. Viele ursprünglich Dörfer mit Rundhütten, viele Seen in der Umgebung und große Viehherden, die in der Umgebung grasen. Die Straßen stellten sich als teilweise gut geschobene Pisten oder sogar als nagelneue Asphaltstraßen dar. Inzwischen sind wir ins Nachbarland nach Niger gelangt. Dabei haben wir mit einer Fähre den Fluss Niger überquert und sind heute in Niamey, der Hauptstadt angekommen. Hier sieht man kaum einmal Rollerfahrer. Zumindest ist die Anzahl wesentlich geringer, als in Mali. Dafür aber gibt es hier viele 125er Motorräder, meistens der Marke Yamaha.  

8.11. – 11.11. Geheimnisvolles Dogon-Land

Animisten, Tierbeschwörer, Totemtanz und Totenmasken – das sind nur einige wenige außergewöhnliche Begriffe, die den Dogon in Mali zugeordnet werden. Und tatsächlich gehören sie zu den Völkern Afrikas, die mehr oder weniger deutlich nach ihren alten Traditionen und Gebräuchen leben. Wie Waben haben sie schon viele Jahrhunderte zuvor ihre Behausungen, Kammern und Speicher in den Fels gebaut.

Wir befinden uns inzwischen in Téli, einem Dorf nach der Überquerung des Felsabbruchs von Bandiagara. Von unserem Campement aus, haben wir einen großartigen Ausblick auf das ursprüngliche Dorf und die steile Felswand. Erst letztes Jahr sind alle 1000 Bewohner von den Felsbehausungen in das Dorf nach unten gezogen.

Amadou, unser Führer zeigt uns bei einer Wanderung durch die Dörfer Téli und Enndé die Lebens- und Arbeitsweise der Dogon. Sie sind Bauren und betreiben neben Viehzucht (Ziegen, Schafe und Rinder) auch Ackerbau. Unter anderem werden Reis und Hirse angebaut. Alles läuft per Handarbeit. So wie auch die restliche Bevölkerung Malis, ist auch die hiesige Landbevölkerung arm. Das merkt man auch an manchen dickbäuchigen Kindern, die Zeichen von Mangelernährung zeigen. Aber die Dogon haben auch viel Geschichtliches aufzuweisen. Das traditionelle Leben der Dogon steht in engem Zusammenhang mit den Mythen und dem Lauf der Natur. Inzwischen sind ihre animistischen Traditionen allerdings denen des Islam gewichen. Es gibt gar eine kleine christliche Gemeinde. In unserem Dorf rief am Abend der Muezzin zum Gebet – kurz darauf läuteten die Kirchenglocken.

Die Landschaft, in der die Dogon leben, gehört bisher mit zum allerfeinsten, das wir gesehen haben. Wir haben auf den Steilabbruch und die weite Ebene eine spektakuläre Aussicht. So beschließen wir am nächsten Tag die verbleibenden 200 Kilometer bis Douentza offroad quer durch das Dogon Land zu bewältigen. Die Landschaftsformen sind fantastisch. Dünenlandschaften wechseln sich mit Trockensavanne ab. Immer wieder sieht man große Schafs-, Ziegen- und Rinderherden. Viele Hirten und Dorfbewohner winken uns freundlich zu. Wir sind überwältigt von der Freundlichkeit und Höflichkeit der Dogon. Doch leider hat der Tourismus auch hier seine negativen Folgen hinterlassen. Spanische, Französische und Deutsche Touristen haben Kinder und auch Erwachsene daran gewöhnt, für ein cadeau (Geschenk, wie Bonbon, Stift, T-Shirt oder eine Cola-Nuss) eine Auskunft zu erhalten oder ein Foto machen zu dürfen. So werden sie von Kindesbeinen an erzogen (besser verzogen), nur gegen eine Gegenleistung etwas zu tun. In Douentza verlassen wir schließlich das Dogonland und bewundern nun die Felsenberge von Hombori.

Eigentlich wollten wir in den nächsten Tagen über die Hauptstraße nach Gao und von dort in den Niger einreisen, um dann nach Niamey zu gelangen. Mehrere Menschen jedoch raten uns dringend davon ab. Es soll hier zu Überfällen von Banditen kommen. So beschließen wir die sichere Variante: Über Koro nach Burkina Faso gelangen und dann nach weiteren etwa 500 Pisten-Kilometern in den Niger einreisen. Bleibt nur noch ein Risiko – können wir an der Grenze ein Visum erlangen?

6.11. – 7.11. Bamako - Djenné

Da stehen wir nun, vor der Moschee von Djenné, dem größten Lehmgebäude der Welt. Größer noch, als die Moschee von Timbouctou. Wahrlich ein Meisterwerk malischer Lehmarchitektur, in traditioneller Blankotechnik erbaut. Wir bewundern die Moschee, schlendern durch die Altstadt und durch den Markt. Inzwischen erreichen die Temperaturen wieder die 40°C. Nachts wird es aber auch empfindlich kühl mit 14°C. Entlang am Niger Fluss erreichen wir am Nachmittag Sevaré und damit den Beginn des Niger Binnen Deltas. Hier wird der Fluss sehr groß, verzweigt sich mehrmals und in der Regenzeit sieht es hier aus, wie in einer gigantisch großen Seenlandschaft. In Mopti, dem Hauptort des Deltas mündet schließlich der Bani in den Niger. Wir freuen uns nun auf Bandiagara und damit dem Einstieg ins Sagen umworbene Dogonland.

3.11. – 6.11. Bamako

Den Eindruck, dass Mali zu den ärmsten Ländern der Welt mit einem durchschnittlichen pro Kopf Einkommen von 290 US Dollar pro Jahr gehört, bekommt man in Bamako nicht. Vielmehr hatte Bamako Dakar den Rang abgelaufen. Es war richtig großstädtisch, breite Alleen und neuer Asphalt und dazu relativ viel Grün und wenig Müll. Inzwischen waren 3 Brücken über den Niger Fluss gebaut worden, so dass den Verkehr deutlich entzerrt wurde. So ist der Verkehr relativ geordnet und viel weniger chaotisch als in Dakar. Für die großen Massen an Roller-Fahrern gibt es sogar eine eigene Spur.

Haike und Male hatten uns zu sich nach Hause eingeladen. Ich hatte beide auf der Messe ITB in Berlin im letzten Jahr kennen gelernt. Beide führen die Mali Yaara Adventure Tours Reiseagentur. So konnten wir uns in den drei Tagen in einem eigenen Gästezimmer sehr gut erholen, uns um die Fahrzeuge kümmern, alles mal so richtig sauber machen und uns mit der Kulturstadt Bamako auseinandersetzen. Die Stadt gehört zum Mekka der World-Music. Das hatten wir gemerkt, als wir gemeinsam mit Haike und Male am Freitagabend auf ein open air Konzert gegangen sind. Es war aber nicht einfach nur Musik, sondern parallel dazu eine Vernissage mit eindrucksvollen Bildern aus Bamako, einem live Konzert mit BamaCoolJazz, also afrikanischer Funk and Fusion und zudem eine Modenschau.

Heue ist nun das Opferfest, für die muslimische Welt ist das wie Weihnachten. So wird ein Schaf geschlachtet (die Tradition stammt aus dem Alten Testament und der Opfergabe für den Propheten Abraham), an die Nachbarn und Armen verteilt und den ganzen Tag wird gegessen. Man beschenkt sich mit Geld und zieht sich die schönsten Kleider an. Die Mädchen flechten sich die Haare und schmücken sich mit Perlen. Entsprechend schick sahen auch die vier Kinder, Moctar, Hamsetou, Mustapha und Lalaicha, von Haike und Male aus.

Nach dem Abschied ging es weiter Richtung Osten.

MALI

31.10. – 2.11.2011 Kayes – Manantali - Bamako:

Nur anderthalb Stunden hatte der Grenzübertritt von Senegal nach Mali gedauert. Und alles ging auch ganz sauber vonstatten und ohne dass Schmiergelder nötig waren – der Grenzübergang von Diama scheint also eine Ausnahme gewesen zu sein. Nachdem wir in Kayes auf dem Markt eingekauft hatten ging es nun auf etwa 370 km offroad Piste. Teilweise war die Piste breit geschoben und vorbereitet auf Asfaltierung – chinesische Firmen waren hier zu Gange. Später wurde die Strecke dann aber schlechter, mit teilweise riesigen Schlaglöchern. Landschaftlich gehörte diese Strecke zu den schönen: üppige Vegetation am Rande von malerischen Flüssen wie dem Senegal, Bafing und Bakoye. Besonders eindrucksvoll waren aber die vielen wunderschöne ursprüngliche Dörfer. Die Häuser waren klassische Rundhütten aus Lehm und Stroh. Die Menschen waren alle sehr bunt gekleidet und äußerst freundlich.

Zwei mal machten wir in einem der Dörfer halt. Schon bald waren wir durch die vielen Kinder umringt, die neugierig nach dem woher und wohin fragten. In jedem noch so kleinen Dorf sprechen die Kinder Französisch, das sie in der Schule lernen. Hier in den Dörfern leben die Menschen von der Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen) und vom Ackerbau bzw. der Gartenwirtschaft. Neben den üblichen Gemüsesorten werden auch Erdnüsse und Baumwolle angebaut.

Einen ganz großen Kontrast stellte Bamako dar – die Hauptstadt Malis.

30.10. Nachtrag:

Inzwischen konnten wir auch 4 Filme bei den jeweiligen Orten hochladen:

Unter Erg Chebi in Marokko

In den Dünen von Zagora in Marokko

Bei Atarpiste in Mauretanien

In den Dünen von Chinguetti in Mauretanien

Viel Spaß beim Schauen!

27.10. – 30.10. Mbour – Palmarin

Bis zu 10 Meter Stammumfang erreichen die Sagen umworbenen Baobab-Bäume. Sie sind können bis zu 1000 Jahre alt werden und sowohl die Früchte und Blätter, als auch die Rinde werden zu allerhand esbarem oder als Heilmittel verarbeitet. In der Nähe von Palmarin steht der größte Affenbrotbaum Senegals, wie er zu Deutsch heißt.

In Mbour, 80 Kilometer südlich von Dakar, hatten wir Marco kennen gelernt. Er führt einwöchige Endurotouren in Senegal durch. Die Fahrzeuge dafür sind die portugiesischen, nur 110 kg leichten AJP mit 200 ccm. Gestern begann eine Tour mit 8 Franzosen. Die Übernachtungsplätze sind sehr afrikanisch mit viel Atmosphäre, aber doch sehr spartanisch und einfach. Sein eigenes Campement hat 5 Zimmer und nur 2 Außentoiletten und 1 Außendusche. Wenn da dann 8 durch geschwitzte Motorradfahrer am Abend anstehen müssen, ist das kein Zuckerschlecken. Für mein Repertoire an Reisen kommen diese Touren leider nicht in Frage.

So fuhren wir auf einer Lateritpiste bis nach Palmarin weiter. Hier konnten wir uns drei Tage lang beim Campement von Djidjack so richtig gut erholen. Die Umgebung ist wieder voller Naturwunder. Es gibt natürlich den weißen Strand am Atlantik, Lagunen mit großen Vogelpopulationen, wie z.B. Flamingos und sogar Mangrovenwälder. Interessant ist die Tatsache, dass es hier auch christliche Dörfer im muslimischen Senegal gibt. So stehen Moscheen und Kirchen friedlich nebeneinander und neben Rindern, Schafen und Ziegen laufen auch Schweine durch die staubigen Gassen herum. Am Strand lernen wir den Künstler Adamo kennen. Er kreiert typisch afrikanische Skulpturen aus Holz. Als er jedoch die KTM sieht, will er unbedingt auf ein Foto mit ihr – neben einem Baobab Baum.

Morgen werden wir unser Campement verlassen und Richtung Mali aufbrechen. Von Kayes bis Bamako gibt eine 500 km lange durchgängig asphaltierte Strecke. Wir wollen aber die alte offroad Strecke nehmen. Diese soll ab und zu auch schlammig sein – na dann sind wir sehr gespannt, wie wir diese meistern werden. Erst nach etwa 1 Woche werden wir wohl wieder Versorgungsmöglichkeiten und Internet haben. Bis dann…  

24.10.-26.10. Dakar

Dakar – beim Klang dieses Wortes bekommen wir Gänsehaut. Ob es an der legendären Rallye liegt? Hier müssen wir gemeinsam mit den 3 Millionen Einwohnern den teilweise chaotischen Verkehr, Schmutz und Gestank über uns ergehen lassen. Nirgendwo anders in Westafrika prallen das traditionelle und das moderne Afrika so krass aufeinander, nirgendwo anders sind die Gegensätze zwischen arm und reich so dicht beieinander, als in Dakar. Man hat den Eindruck, dass es Hunderttausende sind, die als fliegende Händler an Straßenkreuzungen und ganzen Straßenzügen, Schuhe, Kulturbeutel, Unterwäsche, SIM-Karten, Kekse und Warndreiecke loswerden wollen. Dakar ist anstrengend. So freuen wir uns, dass wir in der Strandanlage eines Hotels Nahe des Containerhafens unser Zelt aufstellen dürfen und uns direkt am Meer entspannen können.

Nach dem Gang zu drei weiteren Zollbehörden erhalten wir endlich den ersehnten Einfuhr-Stempel für unser Carnet de Passage. Solche Stadtfahrten sind sehr stressig. Zumal liegen gebliebene Fahrzeuge oftmals das Weiterkommen massiv beeinträchtigen: In einer sehr engen und belebten Marktstraße fuhr ein Taxifahrer einem anderen mehrmals von hinten auf. Dieser war natürlich erbost und wollte aussteigen. Doch er bekam die klemmende Fahrertüre nicht auf. Um ihm zu helfen stieg der Fahrer des auffahrenden Taxis aus – dabei fiel ihm die Fahrertüre aus den Angeln. Da lachten beide ein wenig und fuhren weiter.

Nach einem Großeinkauf in einem Kaufhaus und der Erlangung unseres Kamerun Visums für 51 000 CFA (76 Euro) pro Person verlassen wir nach drei Tagen Dakar wieder. Auf Grund des extrem dichten Straßenverkehrs und der vielen „Schlepper“ und selbsternannter Guides verzichten wir auf den Besuch der Insel Gorée. Hier steht das steinerne Symbol (Maison des Esclaves) für die millionenfache Versklavung der Menschen aus Schwarzafrika. Hier befand sich Hauptsammelstelle, wo bis zu 60 Millionen Afrikaner durch die europäischen Kolonialmächte nach Amerika verschleppt und versklavt wurden.

SENEGAL

21.10.-23.10. St. Louis

Mehr oder weniger ohne fließenden Übergang landet man nach der Grenze zu Senegal in einer ganz anderen Vegetation. Der Bewuchs ist wesentlich dichter, neben Akazien gibt es nun auch richtige Bäume, die Kokospalmen ersetzen die Dattelpalmen. Die saharische Wüste Mauretaniens ist der Dornbuschsavanne Senegals gewichen. Das merkt man auch an den Temperaturen. Statt der 40-43 Grad haben wir nur noch 30 – 33 Grad Celsius. Was uns auch auffällt, sind die vielen Läufer am Straßenrand. Egal ob Piste, Hauptstraße oder Nebenstraße – überall sieht man Läufer. Und immer wieder auch Fußballspieler. Senegal scheint eine Sportlernation zu sein.

Die erste Stadt, die wir in Senegal zu sehen bekommen, ist St. Louis. Die ehemalige Kolonialhauptstadt während der Besatzung durch Frankreich, ist zwar sehr prominent an einer Lagune am Atlantik gelegen, aber ziemlich stickig, stinkend und schmutzig. Ganz anders dagegen der nahe gelegene Naturpark Langue de Barbarie, in der auch unser Campement, die Zebra-Bar liegt. Seit vielen Jahren wird die großzügige Anlage von einem Schweizer Ehepaar geführt.

In Mitten einer Lagune gelegen und voller Schatten spendender Palmen und Bäume kann man hier die Natur und die Ruhe genießen. Nachdem wir unser Passavant in St. Louis für weitere 20 000 CFA (fast 40 Euro) verlängert hatten ging es an der Küste weiter nach Lompul. In diesem Campement, das mitten in einer Dünenlandschaft lag, wurden wir für 1 Nacht nach Mauretanien zurückversetzt. Anders, als in den Ländern, die wir zuvor bereist haben, gibt es hier in Senegal die leckeren Garküchen am Straßenrand. Mit einfachsten Mitteln zaubern einheimische Frauen leckeres Senegalesische Essen. Es fällt uns schwer, die ganzen Namen zu merken – meist ist Reis oder Couscous die Beilage. Die meisten Speisen schmecken sehr lecker und sind dabei mit Preisen um 1 Euro sehr günstig.

19.11. – 20.10.2011 Nouakchott und Diama

Kontrastreicher kann ein Land nicht sein. Während wir in Chinguetti die Ruhe und Beschaulichkeit genossen hatten, ist die Hauptstadt Nouakchott Chaos pur! Überall Gedränge, Staub, Schmutz und Lärm. Das Thermometer zeigt uns 42 Grad an. Der Verkehr geht nur im Schritttempo voran. Die Fahrzeuge fallen aus allen ihren Schweißnähten. Blinken? Wenns funktionieren würde, gerne. Hier wohnen 1/3 aller Mauren, also 1 Mio. Menschen. Wenn wir nicht das Visum für Mali holen müssten, würden wir uns hier keine Minute aufhalten. Ein Soldat spricht uns in bestem Deutsch an und will uns helfen. Er hat in Neubiberg bei München an der Bundeswehr-Universität studiert und ist jetzt für die Informatik beim maurischen Militär zuständig. Er fährt uns mit seinem Mercedes zum Zoll, wo unser „Passavant“ (Genehmigung, dass wir mit ausländischen Fahrzeugen durch Mauretanien fahren dürfen)  um weitere 14 Tage verlängert wird. Es sagt:“ Es ist mir eine Ehre Euch geholfen zu haben.“

Wir nutzen die Zeit beim Warten auf das Mali-Visum und erledigen Einkauf, Kopien, Tanken um dann zumindest noch den Fischmarkt direkt am Meer zu besuchen. Ab dem Spätnachmittag kommen die Fischer mit ihren kleinen Booten an Land und verkaufen den Fisch ganz frisch an die Händler. So kommen auch wir in den Genuss: Es gibt 1 kg Dorade für knapp 3 Euro. Diesen grillen wir dann am Abend und genießen ihn mit einem Gläschen sehr warmen Rotweins an einer Düne Richtung Senegal.

Am nächsten Tag, nachdem wir etwa 100 km anstrengende und sehr staubige Wellblechpiste gemeisterte haben, erreichen wir Diama. Hier geht’s am Senegal Fluss nach Senegal. Die Ausfuhr aus Mauretanien dauert nicht mal ne halbe Stunde, und an einer inoffiziellen Ausfuhrmaut von 10 Euro pro Person kommen wir nicht vorbei. Auch bei der Einreise nach Senegal, müssen wir dem Polizisten pro Person und Fahrzeug je 10 Euro bezahlen, das sind 40 Euro! Als ich mich weigere, schließt er mich in seinem Häuschen ein und sagt, dass ich die Pässe erst dann bekomme, wenn ich bezahle. Nach einer halben Stunde einigen wir uns dann auf 20 Euro. Zudem müssen wir noch ca. 8 Euro für ein „Passavant“ bezahlen, das dann nur 2 Tage gilt. Das heißt unsere Carnets de Passage können wir erst beim Zoll am Hafen von Dakar 250 km südlich von der Grenze vorzeigen. Willkommen im korrupten Westafrika.

 

16.10.-18.10.2011 Chinguetti

Faszinierend ist der Ausblick auf das sandige Tal, das Dünenmeer und die Altstadt von Chinguetti. Es ist Abend und wir genießen die untergehende Sonne von der Terrasse unserer Auberge des Caravanes. Die Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet und war eine wichtige Etappe im Transsahara-Handel und gehört zu den sieben heiligen Städten des Islam. Eindrucksvoll ist heute noch die alte Moschee und die Bibliothek.

Die Stadt selber könnte man als Bilderbuchoase bezeichnen: Umgeben von Dünen aus rötlich schimmerndem Sand, durchsetzt vom intensiven Grün der Dattelpalmen und den ockerfarbenen Häusern. Fantastisch ist auf der Hinfahrt von Atar auch das Bergland mit den tiefen Canyons. Alles Weitere drücken die folgenden Fotos von dieser tollen Gegend um Chinguetti aus:

 

MAURETANIEN

12.10.-16.10. Atar-Piste und Atar

43 Grad Celsius Lufttemperatur zeigt das Thermometer, als wir erneut eine Tiefsandpassage durchfahren. Die Anzeigennadel des Kühlwassers beider Fahrzeuge pendelt permanent im roten Bereich hin und her. Mensch und Maschine bewegen sich im Grenzbereich. Wir befinden uns in einer dramatischen Lage, denn inmitten dieser Hitze und dieser anspruchsvollen Piste ist jetzt auch noch ein Keilriemen am Toyo gerissen.

Dabei hatten wir nach der unspektakulären Fahrt an der Atlantikküste die Ausfuhrprozedur aus Marokko und die Einfuhrprozedur nach Mauretanien relativ schnell innerhalb von zwei Stunden bewältigt. Geld gewechselt, Haftpflichtversicherung für beide Fahrzeuge abgeschlossen und nach weiteren 40 Kilometern waren wir an den Einstieg in die Atar-Piste gelangt. Knapp 500 Kilometer anspruchsvolle offroad Piste lagen nun vor uns. Nach ungefähr einer halben Stunde hatten wir in Bou Lanouar endlich den Einstieg in die Piste gefunden. Ärmliche Wellblechhütten in mitten von Sand und Staub zeugten von der großen Armut, die wir in Mauretanien erleben sollten. Gleich zu Beginn gruben wir uns an einem Hügel in den tiefen Sand ein. Falsche Übersetzung gewählt! Mit Hilfe der Sandbleche hatten wir uns bald schon wieder befreit. 

Zwei mal hatten wir in wunderschönen Sanddünen übernachtet – und das Offraodfahren machte ja auch richtig Spaß. Zumindest mir mit der KTM. Anders bei Esther: Sie fuhr mit dem Toyo das erste Mal in ihrem Leben offroad. Dass hier bei etwa 3000 kg Gesamtgewicht ganz andere Kräfte wirken, als bei einem normalen PKW, wurde vor allem beim Aufschaukeln in den welligen Tiefsandpassagen deutlich. Doch sie meisterte alle Passagen mit Bravour und blieb kein einziges mal stecken. Relativ gering blieb auch der Verbrauch beim Land Cruiser HJ 61 mit knapp 14 Litern auf 100 Kilometer auf Sandpiste. Die KTM genehmigte sich auch nur 6,5 Liter.

Die Strecke an sich war sehr vielfältig. Klar, das meiste war Sand, aber es gab auch ab und an steinige Pisten, Schwemmtonebenen und Schotterbelag. Die Vegetation beschränkte sich meist auf ein paar Büsche, Kamelgras und Akazienbäume. Die Orientierung war sehr einfach, da wir immer südlich der Bahnlinie unterwegs waren. Mehrmals am Tag fuhr hier ein nicht enden wollender Güterzug voll beladen mir Eisenerz von Choum nach Nouadhibou an der Atlantikküste. 

Dass wir uns in einer sehr heißen Region der Sahara bewegten, wurde durch die Temperaturen überdeutlich. Der Fahrtwind konnte nicht wirklich kühlen, es fühlte sich wie ein heißer Föhn an. Mehrmals mussten wir mit dem Toyo pausieren, damit die Kühltemperatur wieder abfällt. 80 Kilometer vor Atar passiert es nun, der Keilriemen, der den Ventilator des Wasserkühlers antreibt, ist gerissen. Glücklicherweise hatten wir nur 200 Meter entfernt von ein paar Hütten gehalten. Ein alter Beduine kommt auf uns zu und versteht ziemlich schnell, was getan werden muss. Er nimmt ein Stück Seil aus Ziegenhaar und bindet es fest. Es geht leider nun fünf km gut, nicht nur das Seil ist wieder weggefallen, sondern auch der große Keilriemen war abgefallen. Noch 75 km bis Atar. Was tun? Es bleibt uns nichts anderes übrig, als schnell zu fahren, um möglichst viel Fahrtwind aufzunehmen und wenn wieder das Kühlwasser anfängt zu kochen, anzuhalten und zu warten. Nun wird auch noch unser Wasservorrat knapp. Wir hatten für 4 Tage knapp 60 Liter mitgenommen. Und in einer Stunde wird es dunkel. 

Letztendlich schafften wir es, den Campingplatz Bab Sahara um 18 Uhr und damit eine halbe Stunde vor Dunkelheit zu erreichen!

Ziemlich geschafft von der Anstrengung war das Erste wonach wir fragten: Wasser. Es gab hier gutes und kühles Brunnenwasser. Wir hatten in den letzten Tagen pro Person und Tag jeweils etwa 8 Liter Wasser getrunken. Wie wichtig Wasser für uns ist, hatten wir nun am eigenen Leib erlebt. Doch auch für die hiesige Bevölkerung ist Wasser von existentieller Bedeutung. Das gilt natürlich für die gesamte Menschheit. Wenn man dann von neoliberalen Regierungen und Parteien in Europa von Privatisierung des Wassers hört – kann man nur noch wütend werden!

Am nächsten Tag legten wir einen Reparatur-Tag ein. Groteskerweise passten sowohl der Keilriemen für die Lichtmaschine, als auch für die Servolenkung (diese war auch porös und musste ersetzt werden), die wir als original Ersatz von Diebo Offroad Teile dabei hatten, nicht. Der Mechaniker Hamsa fuhr 7 mal ins Zentrum von Atar, um aus dem riesigen Lager diverser Autoläden die richtigen Keilriemen zu finden. Kurz vor Sonnenuntergang hatte er es dann geschafft, beide Riemen auszutauschen. Zudem wurde auch das Motor-Öl samt Ölfilterkartusche des Toyo nach 11 000 km gewechselt und der Luftfilter gereinigt. Bei der KTM war der Luftfilter sauber und nur die Kette wurde von Staub und Sand befreit. Während der Inspektion des Toyo nutzten wir die Zeit, um den Wackelkontakt der EZETIL Kühlbox zu reparieren. Das Solarmodul hatte sich zudem bei einer Bodenwelle vom Dach verabschiedet und war bei 60 km/h auf die Piste geknallt. Ein Spannriemen war gerissen. Wie durch ein Wunder blieb es unversehrt. Wir mussten nur die Anschlusskabel wieder löten und schon war auch das Modul funktionstüchtig. 

Von dem hochgelobten Campingplatz Bab Sahara waren wir etwas enttäuscht. Er war schon ein bisschen heruntergekommen und ungepflegt. Ob es hier immer so aussieht oder weil die Saison noch nicht angefangen hat, bleibt eine offene Frage. Heute werden wir in Atar einkaufen gehen und am Nachmittag in das umliegende Bergland fahren. Es erwartet uns ein spektakulärer Gebirgspass und der Grand Canyon von Mauretanien. 

 

9.10. – 11.10. Antiatlas - Westsahara

Super, nur noch 50 km bis Guelmim, wir hatten eine Abkürzung gefunden, weil wir immer wieder die Bevölkerung fragten und nicht nur schematisch  nach Karte fuhren. Denn einige auf der Karte als kleinste Pisten waren inzwischen asphaltiert. So konnten wir sehr schnell den Anti-Atlas überqueren.

Von nun an geht es mehr oder weniger nur noch von Nord nach Süd ohne nennenswerte Kurven. Die Landschaft ist eintönig, wir sehen kaum mehr Vegetation. Dann erreichen wir den Atlantik. Hier fließt der kalte Kanaren Strom und stößt auf die Hitze der Sahara. So entsteht am äußersten Saum des Landes Nebel. Und während die Temperaturen nur 1-2 km weiter im Landesinneren annähernd 40 Grad erreichen haben wir hier nur noch 20 Grad Celsius. Wunderschöne Dünen am Meer laden uns dazu ein, unser Nachtlager aufzuschlagen. Am nächsten Tag brauchen wir 3 Anläufe, Sandbleche und die Reduktion des Reifendruck auf 1 bar, um aus dem weichen Sandfeld wieder herauszukommen.

In Tarfaya essen wir leckeren Bonito zum Mittag. Sowohl hier in der Westsahara als auch an der Küste in Mauretanien gibt es die fischreichsten Gründe der Erde. Das macht sich in den nun nur noch wenigen Ortschaften, die wir durchfahren, bemerkbar.

Jetzt sind es nur noch 1000 km bis zur Grenze in Mauretanien und dann bis Atar, unserem nächsten Ziel ca. 500 km anspruchsvolle offroad Piste. Erst dann werden wir wohl auch wieder Versorgungsmöglichkeiten und Internet haben können.

8.10. Die Blauen Berge in Tafraoute

Ein belgischer Künstler namens Jean Vérame hatte 1986  die bis zu 30 Meter hohen Felsen mit blau, rot, grün und schwarz angemalt. 20 Tonnen Naturfarbe nach Ägyptischem Rezept wurden dabei verbraucht. Ein ähnliches Kunstwerk hatte ich bereits auf Korsika und auf dem Sinai gesehen. Die sowieso schon sensationelle Landschaft wurde dadurch zu etwas Außergewöhnlichem. Zu Fuße der Berge bauten wir unser Lager auf und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Fotogalerie soll Euch dazu einen Eindruck vermitteln.

6.10 – 7.10. Zagora – Tata

Auf einer Passhöhe von 1700 Metern kommen sie uns mit laut ballerndem Geräusch entgegen: 10 – 15 Cruiser der Marke Harley-Davidson. Während früher nur Offroader und Enduristen Marokko bereisten, hatten nun auch die Tourer und Cruiser die spektakulären Schluchten und hohen Gipfel des Atlas Gebirges für sich entdeckt. Wieder auf 1000 Meter abgestiegen ist es der Draa Fluss, der das Grün der Palmen in das karge Braun der Steinwüste bringt. Hinzu kommt das tiefe Blau des Himmels – eine Wüstenlandschaft wie aus dem Bilderbuch. Wir freuten uns nun auf Zagora, denn wir wollten nun auf ca. 260 km offoad bis Tata gelangen. Die erste Etappe bis Foum Zuguid hatte ich bereits 1992 mit einer Kawasaki KLR 650 mit Maria als Sozius und meinem Freund Günter auf der Honda Afrika Twin bewältigt. Damals mit großen Schwierigkeiten wegen der vielen tiefen Sandpassagen. Doch diesmal waren wir total erstaunt, die Piste war breit geschoben, und mit 70 – 90 km/h je nach Wellblech fahrbar. Nur etwa af 15 km hatten wir ein paar Sandpassagen und kleine Schlammpfützen.

Auf einer Anhöhe sehen wir eine sehr ärmliche Steinhütte inmitten der Einsamkeit. Doch was wir auch sehen ist ein Photovoltaik Modul auf dem Dach. Er füttert sein Licht, Mobiltelefon, Radio, etc. mit dieser autarken Energiequelle. So machen wir es auch: Wir haben eine Mini Photovoltaikanlage mit Modul und Batterie auf dem Dachträger des Toyo (Solarkoffer der KIRCHNER SOLAR GOUP) und nutzen sie täglich für Licht mit Energiesparlampe, Laden der 4 Kameras, 2 mobil Telefone, Laptop und ab und zu die Kühlbox. So schonen wir unsere Autobatterie und haben auch nachts immer Strom zur Verfügung. Mal sehen ob der Solarkoffer diese achtmonatige Afrika Reise unbeschadet durchhält.   

Als wir in Foum Zuguid zu Mittag die leckere Harira Suppe essen, erzählt uns der Wirt, dass die weitere Strecke bis Tata asphaltiert ist. So kommen wir früher, als erwartet in dem schönen und sauberen Wüstenstädtchen Tata an. 

5.10.Tinghir - Quarzazate

In Tinghir angekommen, erfreuten wir uns des blauen Himmels und des Sonnenscheins. Wir konnten auf dem Markt ausgiebig einkaufen (u.a. Lammkoteletts zum Grillen für den Abend), Mittagessen (Bohneneintopf und Linsensuppe) und ein Internetcafe besuchen. Hier sieht man genauso wie auch in Erfoud viele ausländische Motorradfahrer. Häufig BMW GS 1200 und 800, Honda Varadero, KTM 990 Adventure, Yamaha 1200 Super Tenere und auch Honda Africa Twin. Doch diese sehen nicht so aus, dass sie viel offroad fahren. Muss man ja auch nicht, denn alle Hauptstraßen sind asphaltiert und bisher in top Zustand.

Als wir dann Richtung Todra Schlucht losfahren, beginnt es erneut zu regnen. Nach 7 Kilometern wird es so stark, dass wir umkehren. Als wir erfahren, dass am nächsten Tag wieder mit ergiebigen Regenfällen zu rechnen ist, beschließen wir wehmütig, diese so sehenswerte Strecke auszulassen. Denn wenn es hier im Gebirge regnet, sind Teile der Strecke absolut unpassierbar. Als wir 50 km weiter Richtung Qurzazate auf der Teerstraße in einen heftigen Regenguss hineingeraten, wissen wir, dass wir richtig entschieden haben. Innerhalb kürzester Zeit haben sich inmitten der Wüste reißende Sturzbäche entwickelt. Teilweise sind sogar die Straßen überschwemmt. Erst gegen 20 Uhr kommen wir auf unserem Campingplatz in Quarzazate an. Es ist jetzt wieder trocken und die Lammkoteletts gibt aus der Pfanne.

2.10.-4.10. Fes - Erg Chebbi

Ich hatte es geschafft. Ich war mit der KTM beim zweiten Anlauf bis auf die höchste Düne des Erg Chebbi hinaufgekommen. Zwar durchgeschwitzt durch die Anstrengungen, aber doch ein wenig stolz konnte ich jetzt den Blick auf die großartige Dünenlandschaft genießen. Obgleich dieser Erg (Sandwüste) nur eine Kleinstausgabe gegenüber z.B. dem Grand Erg Oriental der algerischen Sahara sein konnte. Ich erinnerte mich an die Dünendurchquerung vor acht Jahren in Algerien.

Die Freude über das Dünensurfen war allerdings nur von kurzer Dauer. In nicht allzu großer Ferne waren Blitze zu sehen und das laute Grollen des Donners zu hören. Die Sonne war gerade untergegangen. Inmitten der Sandwüste kam ein Gewitter auf! Ich musste schnell wieder zurück zu unserem Lagerplatz am Rande der Dünen. Der Rückweg war relativ einfach, denn ich musste ja nur meinen eigenen Spuren nachfahren. Endlich angekommen, machten wir uns sofort daran, unsere ausgepackten Sachen zusammenzutragen. Doch es war zu spät, ein heftiger Sandturm brach los. Wir versuchten nun so schell wie möglich alles im Toyo zu verstauen. Die Augen brannten, überall wehte Sand herein. Der Wind wurde nun immer stärker. Endlich hatten wir alles im Auto verstaut und saßen nun ziemlich fertig auf den Sitzen und hörten dem Prasseln des Regens zu. Nach etwa 1 Stunde kehrte endlich Ruh ein. Nun trauten wir uns wieder nach draußen. Schnell war ein Lagerfeuer entfacht und zum Abend gab es leckeres Gemüse-Cous-Cous, das ich das erste mal gekocht hatte – es gelang auf Anhieb. Gerade als wir den letzten Bissen gegessen hatten, begann der Regen von neuem. Diesmal waren wir besser vorbereitet und hatten eine Plane zwischen Toyo und KTM aufgebaut. Ziemlich erledigt von diesem ereignisreichen Tag, legten wir uns endlich schlafen.

Zwar konnten wir am nächsten Tag im Trockenen Frühstücken, aber als wir auf der Piste Richtung Merzouga unterwegs waren (Esther auf der KTM, ich im Toyo) begann es erneut zu regnen. Immer wieder brachen jetzt Regenschauer los. Das hatten wir nicht erwartet, es war doch erst Anfang Oktober! Und jetzt schon in der Wüste Regen?

Ein Blinker von der Lichtleiste des Motorradträgers hatte sich losgerüttelt und einen Kurzschluss verursacht, so dass wir seit 1 Tag ohne Blinker und Hupe fuhren. Ein Autoelektriker konnte das aber in Erfoud reparieren. Nach einem leckeren Mittagessen (Hackfleisch mit Pommes und Tomatensalat) ging es weiter Richtung Tinghir. Ab hier beginnt die spektakuläre 200 km lange Gebirgspiste durch die Schlucht von Todra und das Dades-Tal. Bis auf 2200 Meter sollte es hinauf gehen.

1.10.2012 Fes – was für eine fantastische Stadt! Die Medina (Altstadt) hatte sich in den knapp 20 Jahren kaum geändert und gehört neben Marrakech zu den schönsten Städten des Landes.

Es ist heiß, als wir die KTM am Eingang der Medina abstellen. Kaum laufen wir durch die Souks (Marktstraßen), schon sind wir vom originalen Handwerk und dem authentischen Handeln umgeben. Handwerker, die Messingtöpfe herstellen, Künstler, die arabische Schriften in Steintafeln einmeißeln, Verkäufer, die in orange und pink getünchten Küken feil bieten, Männer mit flinken Fingern, die Schuhe aus Leder fertigen, überladene Eselkarawanen, die schwerste Lasten durch die engen Gassen tragen. Teilweise sind die Wege so eng, dass gerade mal 2 Menschen vorbei kommen. In einem Kleinstimbiss lassen wir uns leckere Kichererbsensuppe zu Mittag servieren, um dann die nächsten Highlights zu bestaunen.

Fantastisch sind der Sultanspalast, die Medresen und Moscheen und vor allem die Kairaouiyne-Universität. Sie ist nach der Uni in Kairo die zweitälteste der Welt. Heute wird nur noch in 2 Fakultäten gelehrt. Die prunkvolle Bauwerkskunst der arabischen Omajjaden und  Fatimiden nahm hier bereits im Jahre 800 nach Christus ihren Anfang. So gehört Fes zu den vier Königsstädten Marokkos. Manch einer kennt die architektonischen Meisterwerke auch von der Alhambra aus Grenada (Spanien).    

Eine weitere Überraschung erleben, als wir auf unserem Campingplatz zurückkommen. 2 Diesel-Motorräder der Sommer Manufaktur aus Eppstein (bei Frankfurt am Main) waren auf dem Campingplatz angekommen. Retro und sein Freund wollen 2 Monate lang durch Marokko reisen – mit nur 11 PS, 462 ccm und 95 km/ h Höchstgeschwindigkeit. Doch durch Diesel-Direkteinspritzung verbrauchten die beiden Maschinen gerade mal 1,7 Liter Diesel auf 100 km. Mit ihren 13 Liter Tanks haben sie eine Reichweite von über 600 km – wow!

24.9.2011- 29.9.2011: Als wir am Dienstag Nachmittag am Fährhafen von Barcelona ankommen, traue ich meinen Augen nicht. Da steht doch der gleiche Toyota Land Cruiser HJ 80, den ich im August in Rumänien bei der Besichtigung der Holzkirche von Surdesti gesehen hatte. Beim Nachfragen entpuppt sich die Vermutung als richtig. Jean aus Frankreich möchte für 4 Wochen durch Marokko reisen. So klein ist doch die Welt.

Da der Beginn der Überfahrt von Barcelona nach Tanger sich um 3 Stunden auf 20 Uhr verzögert, unterhalten wir uns ausgiebig mit und über die anderen Reisenden am Fährhafen von Barcelona.

Die Fahrt bis Barcelona ist unspektakulär verlaufen. Erfreulich waren die schönen Plätze, an denen wir gecampt haben und die sommerlichen Temperaturen von 25 – 29 Grad nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und Spanien. An einem der Plätze wurde der angenehme Duft von Kiefern und Pinien noch durch wild wachsendes Rosmarin verstärkt.

Erst gegen 21 Uhr kommen wir am nächsten Tag mit hunderten anderen von der Fähre runter. Doch wir sind nicht wie erwartet in Tanger gelandet – sondern ganze 60 km östlicher. Der neue Fähr- und Containerhafen ist gigantisch groß – in beide Richtungen sind es bestimmt je 5 Km in der Ausdehnung. Und die Nacht wird durch die vielen starken Scheinwerfer zum Tag gemacht.

Unsere erste Tat auf dem afrikanischen Kontinent ist die Fahrt zur ersten Tankstelle. Das Grinsen in meinem Gesicht ist schon ziemlich breit, als ich den Literpreisen von Diesel umrechne: 66 Cent! Die Straßen sind hier in top Zustand und meist vierspurig. Marokko scheint sich gewaltig verändert zu haben. Immerhin sind es 19 Jahre her, als ich hier mit dem Motorrad unterwegs war. Der gesamt Küstenstreifen von Ceuta bis Tetouan ist total verbaut, überall neue Hotels und Villen – dafür aber in der ansehnlichen typisch marokkanischen verschachtelten und quaderförmigen Bauweise mit flachen Dächern. Bereits am frühen Nachmittag des heutigen Donnerstag, wir messen erneut 37 Grad, kommen wir in Fes an. Ziemlich schnell haben wir dann auch den Camping Diamant Vert, der etwa 7 km südlich von Fes liegt, erreicht. Die Anlage ist verhältnismäßig gepflegt, die Stellplätze sind aus grünem Gras, die Duschen sauber, aber etwas abgewohnt. Dafür gibt es einen tollen Swimmingpool, mit einer 50-Meter-Bahn. Nach dem Auspacken und Zelt aufbauen kann ich nicht anders: Im Nahe gelegenen Wald auf einem ausgeschilderten Parcours gehe ich 10 km laufen und danach im Pool schwimmen. Abends bereiten wir uns einen leckeren Salat vor und kochen Nudeln mit Tomaten-Sauce, garniert mit ein paar Sucuk (pikante türkische Wurst) Stückchen. Auf morgen sind wir schon gespannt. Wir wollen uns die tolle Medina (Altstadt) von Fes anschauen.

Toyota Land Cruiser HJ 61 mit KTM

Unsere voraussichtliche Route steht inzwischen: Wir starten in Berlin und fahren über Frankreich und Spanien mit der Fähre nach Marokko. Dann gehts wie folgt weiter:

Westsahara - Mauretanien - Senegal - Gambia - Mali - Burkina Faso - Niger - Nigeria - Kamerun - Gabun - Kongo - DR Kongo - Angola  - Namibia - Südafrika - Botswana - Sambia - Tansania - Uganda - Kenia - Äthiopien - Sudan - Ägypten

Und mit der Fähre nach Italien und zurück nach Deutschland.

Los gehts ab dem 24. September 2011

2003: Mit der KTM durch die Sahara

In 8 Monaten - einmal rund um Afrika. Ab Oktober 2011 bis etwa Mai 2012 werde ich gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin Esther Stefansky diese großartige Reise durchführen. Wir wollen es mit einem Motorrad (KTM 690 Enduro) und einem Geländewagen Toyota Land Cruiser HJ 61 bewältigen. Diese Reise soll gleichzeitig dazu dienen, neue Touren auszuarbeiten, neue Partner zu finden und die mitgeführten Fahrzeuge sowie das Equipment auf das Extremste zu testen. Wir werden die Reise schriftlich und in Form von Fotos und Filmen dokumentiert. Auf dieser Seite wird es einen "AFRIKA live BLOG" geben und die Erlebnisse der Reise für jeden nachvollziehbar machen.